Henderson hatte vorher gewusst, wie es zu laufen hatte: Einen Moment würde Langton verwirrt sein, dann erst begriff sie,
dass es aus Sicht von Downing brannte. In dem Falle konzentrierte sich eine Chefsekretärin sofort instinktiv auf den Brand, bis er gelöscht war, erst dann dachte sie über irgendetwas anderes
nach. Noch bevor Langton zum Nachdenken kommen konnte, bevor der Brand gelöscht war, musste Henderson Argwohn und Kränkung so gründlich ausgeräumt haben, dass Mrs. Langton sich ganz beruhigt
ihrer Arbeit widmen konnte und würde. Das war Henderson bewusst.
Henderson begann schuldbewusst: "Mrs. Langton, ich fürchte, es liegt am enormen Einsatz meiner Leute, dass unsere Wagen alle
unterwegs sind. Gestatten Sie es mir deshalb bitte, unserem Vorgesetzten Mr. Downing persönlich zu helfen. Wie ich unseren Chef kenne, Mrs. Langton, muss er es brandeilig haben, wenn er nicht nur
mich, sondern sogar Sie einfach stehen lässt. Ich bin überzeugt, dass Mr. Downing Ihnen das auch noch selbst sagen wird, Mrs. Langton. Ich weiß es absolut sicher, dass er Sie sehr hoch schätzt
und dass dies nicht seine Art ist. Canceln Sie bitte seine Termine für heute, Mrs. Langton, und lassen Sie bitte einen Binnenflieger klar machen, ich fahre Mr. Downing persönlich mit meinem
Wagen, wenn er es so eilig hat." Aus tiefstem Herzen dankbar sah Mrs. Langton zu Henderson: "Sie nehmen mir einen Stein vom Herzen, Mr. Henderson, so schnell hätte ich kein Taxi bekommen. Zuerst
besorge ich den Flieger, dann cancel ich die Termine, richten Sie das Mr. Downing bitte aus, Mr. Henderson, und nochmals: Vielen, vielen Dank, Mr. Henderson!"
Henderson hatte ihr nicht einen, sondern alle Steine gleichzeitig vom Herzen genommen und
ihr Herz auch noch liebevoll poliert. Mrs Langton war nun überzeugt, für Downing wertvoller zu sein als Henderson, und was
Henderson für Downing wert war, wusste sie genau: Unbezahlbar. Außerdem war Mrs. Langton überzeugt, dass dieser einfühlsame und korrekte Henderson dem Downing diskret den Tipp geben werde, die
Sache ihr gegenüber schnellstens bestmöglich zu erklären und gut zu machen. Das hatte er ihr mit seinen Worten tatsächlich versprochen, so dass Mrs. Langton nun absolut überzeugt war, dass die
ganze Sache keinerlei Missmut in ihr hinterlassen würde. Damit war ihr aktueller Missmut nicht nur verschwunden, sondern ihr war sogar warm ums Herz, Henderson hatte sie enorm aufgewertet. Das
reduzierte die Gefahr von Argwohn erheblich, wie Henderson wusste, vor allem ihm selbst, Henderson, gegenüber. Indem Henderson nicht das geringste Zeichen gab, dass ihm irgendetwas mysteriös
vorkam, ließ er erst gar keinen Argwohn in Mrs. Langton aufkommen, denn Henderson hatte sich völlig unverdächtig verhalten. Er hatte ebenso Überraschung gezeigt wie Langton, zeigte
Schuldbewusstsein, dass seine Leute die Autos in Beschlag hatten, und untermauerte das überzeugend durch seine Bereitschaft, Downing selbst mit eigenem Wagen zu fahren.
Henderson war behandelt worden wie Mrs. Langton, und er hatte alles bewertet wie Mrs. Langton, außer das, was sie anders
bewerten sollte, als sie es tat. Henderson war damit glaubwürdig für Mrs. Langton, und dass er selbst keinen Grimm auf Downing und auch keinen Argwohn zeigte, beruhigte Mrs. Langton dann
völlig.
Bevor Henderson seinem formalen Vorgesetzten hinterher stürzte, sagte er auf Mrs. Langtons Dankesworte hin: "Es ist wirklich
nicht der Rede wert, Mrs. Langton, für mich ist es selbstverständlich, dass ich ihn in dieser Lage fahre." Und mit einem herzlichen Blick sagte er mit dezenter Bestimmtheit: "Mr. Downing wird Sie
sicherlich bald anrufen, Mrs. Langton. Bis später, Mrs. Langton!"
Es war gut, dass ein zweiter Aufzug in Bereitschaft war, und so konnte er Jim Downing erreichen, bevor viel Zeit verloren
war. "Mr. Downing, Mrs. Langton handelt nach Ihren Weisungen, doch Ihr Auto ist nicht fahrbereit und alle anderen Wagen sind weg. Ich habe Mrs. Langton gesagt, dass ich Sie selbstverständlich
fahre, da Sie es offenbar eilig haben.
Downing sah kurz entgeistert zu Henderson. Als Henderson sagte: "Kommen Sie, Mr. Downing, ich fahre Sie, der Jet wartet auf
Sie!", nickte Downing und folgte Henderson zu dessen Wagen.
Als sie das Firmengelände hinter sich gelassen hatten, überprüfte Henderson elektronisch, ob sein Auto mittlerweile verwanzt
war. Es war immer noch nicht verwanzt, offenbar wusste man, dass solche Sachen mit ihm nicht zu machen waren. "Mr. Downing, hören Sie mir bitte gut zu: Ich war einmal in genau der selben Lage wie
Sie jetzt. Bleiben Sie ruhig und vor allem vernünftig, DANN WIRD WIRKLICH ALLES GUT! Andernfalls wird Rita Jenkins von meinen Leuten umgebracht, werde ich von Euren Leuten umgebracht, und Sie
dürfen sich dann aussuchen, wessen Leute Sie zuerst umbringen werden, Mr. Downing. Ihr Name, Mr. Downing, wird bei allen auf der ganz rabenschwarzen Liste stehen, wenn diese Sache daneben geht.
Mit allen Identitätsmerkmalen bis hin zu Ihrem genetischen Code, Ihrem Gesichtsraster und Ihren Fingerabdrücken, Mr. Downing. Dafür habe ich mit allen meinen Möglichkeiten gesorgt, und Sie
wissen, was das in meinem Falle heißt. Sie, Rita Jenkins und ich sitzen ab jetzt in einem Boot, Mr. Downing."
Absolut ruhig hatte Henderson gesprochen, doch als Henderson sagte, "DANN WIRD WIRKLICH ALLES GUT." , drehte Downing seinen
ganzen Oberkörper samt Kopf blitzartig zu Henderson, mit großen Augen und offenem Munde starrte er auf Henderson. "Mr. Downing, Rita Jenkins ist entführt, aber wohlbehalten. Sie können ihr
tatsächlich erheblich helfen, und dann wird es für Sie beide sehr gut ausgehen, das verspreche ich Ihnen. Wenn Sie wollen, fahre ich Sie jetzt zur Firma zurück, oder wollen Sie lieber zum
Learjet?"
Downing fühlte sich aus allen Richtungen restlos überfahren, gründlicher konnte es nicht mehr gehen. Er presste nicht ohne
Grimm aus sich heraus: "Zum Learjet!" Es war mehr, als er in so kurzer Zeit verarbeiten konnte. Ihm war nicht einmal klar gewesen, dass Henderson Rita Jenkins kannte, noch hätte er Henderson den
Hexenjägern zugeordnet. Er sank wie erschlagen in seinen Sitz. "Schalten Sie Ihr eigenes Handy bitte ab, Mr. Downing, im Handschuhfach liegt das Handy, mit dem Sie Rita Jenkins jetzt kurz
sprechen können. Rita Jenkins wartet wirklich sehnsüchtig auf Ihren Anruf. Sie ist völlig unverletzt, aber sie liegt auf einem Bett, und ist bewegungslos gefesselt. Man hat ihr gesagt, dass sie
so sterben werde, wenn Sie nicht bereit seien, ihr eigenhändig die Fesseln zu nehmen. Das meint man auch so, Mr. Downing. Insgesamt haben Sie 20 Sekunden Zeit, das weiß auch Rita Jenkins, dann
schaltet die Verbindung ab. Namen und Orte dürfen nicht genannt werden, verstanden?" Downing sagte schneller Ja, als er atmen konnte, sofort griff er zum Handschuhfach. "Erst Ihr eigenes Handy
abschalten, Mr. Downing!"
Downing schreckte sofort vom Handschuhfach zurück, und schaltete sein Handy ab. Nun gehorchte er perfekt, solange er dabei
nicht schlecht fuhr. Das wusste Henderson. Downing hatte begriffen, dass es so das Beste für ihn war. 20 Sekunden Telefonieren mit Rita Jenkins machten ihn dann sogar glücklich. So heiß und
ehrlich wie jetzt hatte sie sich niemals zuvor nach ihm gesehnt. Downing strahlte, nun war er im Guten wie im Bösen überzeugt.
Downing musste zum jetzigen Zeitpunkt nach Hendersons Ansicht nicht ganz genau wissen, mit welchen Mitteln man die Sehnsucht
der Rita Jenkins nach Downing erst geweckt und dann bis zum Anschlag gesteigert hatte. Wenn wirklich nichts anderes zog, dann weckte ein Kurzfilm, der von Leuten wie Charles S. Eaglestone gedreht
war, brennende Sehnsucht nach jedem und allem, nach dem man Sehnsucht wecken wollte. Robert Henderson hatte wieder einen Lebensfreund gewonnen, denn Downing sah ihn erleichtert und freundlich von
der Seite an.
Henderson:"Mr.Downing, rufen Sie jetzt bitte Mrs. Langton an und fragen Sie als erstes, ob sie schon den Termin mit Jordan
Stephens gecancelt habe, den haben Sie um 22.00 Uhr, Mr.,Downing. Wenn nicht, dann solle sie ihn unbedingt stehen lassen, um 22.00 Uhr seien Sie garantiert zurück. Hat sie ihn schon gecancelt,
dann bewegen Sie Mrs. Langton demütig dazu, die Sache im Schongang wieder zu revidieren, weil es für Sie so wichtig sei. Anschließend entschuldigen Sie sich demütig für die Art Ihres Fortgangs,
versprechen ihr, ihr sofort nach Rückkehr alles zu erklären, und sagen ihr noch, dass es Ihnen wirklich sehr leid tue, denn sie sei die beste Sekretärin der Welt. Bekommen Sie das gut hin, Mr.
Downing?"
Downing fühlte sich gegenüber der eigenen Sekretärin wie erwartet nicht schwach, und regelte alles wie gewünscht.
Dann wurde Downing nachdenklich."Was wird aus meiner Frau und meinen Kindern, Mr. Henderson?" -
"Die werden Sie niemals wieder sehen können, ohne Sie alle in höchste Gefahr zu bringen, Mr. Downing. Sie können aber sicher
sein, dass sehr gute Leute dafür sorgen, dass ihnen nichts geschieht, solange Sie von ihnen fernbleiben. Ihrer Frau besorgen wir einen passenden Mann und sorgen dafür, dass er sie wirklich liebt
und glücklich macht. Dann geht er auch mit Ihren Kindern vernünftig um, Mr. Downing. Wir regeln solche Sachen schnell und gründlich, wie Ihnen vielleicht schon klar ist." Henderson wusste, dass
hier innerer Widerstand in Downing zu erwarten war, blieb aber sachlich.
"Über uns werden Sie auf dem Laufenden gehalten, Mr. Downing, und Ihre Familie wird über uns Lebenszeichen von Ihnen
bekommen, solange beide Seiten das wollen. Mehr geht nicht, Mr. Downing, für den Rest Ihres Lebens nicht. Dafür bekommen Sie Rita ganz für sich, sie wird alles tun, um Sie glücklich zu machen.
Rita wird Sie von ganzem Herzen lieben, Mr. Downing, und Sie werden Rita von ganzem Herzen lieben."
Downing dachte nun an seine Kinder, das war für Henderson klar. Die Ehefrau war ihm im Grunde egal. Downing versuchte,
starken Zwang zum Weinen in sich zu ersticken. "Mr. Downing, Sie MÜSSEN sich endgültig zwischen Rita und Ihren Kindern entscheiden. Und Sie sind derjenige, der Rita Ihre Entscheidung sagen muss.
Rita ist nicht nur gefesselt, sondern bekommt auch nichts zu essen und zu trinken, bevor Sie es ihr geben, Mr. Downing. Rita weiß ganz genau, dass Sie Ihre Kinder lieben. Und Rita weiß es, dass
Sie sich gerade jetzt entscheiden müssen, ob Sie bereit sind, Ihre Kinder für Rita innerlich aufzugeben. Rita denkt gerade sehr intensiv darüber nach, wie viel sie Ihnen wirklich wert sei, ob sie
mit Ihnen womöglich falsch umgegangen sein könnte.
Mr. Downing, das ist in diesem Moment das wichtigste überhaupt für Rita, nichts anderes interessiert sie jetzt gerade. Und
diesem Interesse wendet sie sich ungestört zu. In diesem Moment ist sie blind, gehörlos, und kann sich nicht bewegen. Sie ist innerlich ganz allein mit ihrer Angst, dass sie sich so sehr an Ihnen
versündigt habe, dass Sie sich nun für Ihre Kinder entscheiden. Seit dem letzten Telefonat ist sie in dem Zustand, und wartet auf Ihren Anruf, Mr. Downing. Jede Sekunde erscheint ihr wie eine
halbe Ewigkeit. Es kann nicht lange dauern, bis sie verrückt wird, wenn Sie Rita nicht erlösen. Mr. Downing, tun Sie jetzt unbedingt, was ich Ihnen sage: Nehmen Sie das Handy, und lassen Sie Rita
reden, nachdem Sie sich gemeldet haben. Sie sagen solange nichts, bis sich Ihr Herz klar entschieden hat. Erst dann sprechen Sie wieder, dann müssen Sie Rita Ihre Entscheidung sagen. Bis dahin
geben Sie alles, um nur daran zu denken, was Ihre Kinder Ihnen bedeuten, wirklich alles, Mr. Downing! Konzentrieren Sie sich ab jetzt mit Ihrer ganzen Kraft darauf, wie lieb Sie Ihre Kinder
haben!"
Zögernd griff Downing zum Handy. Sein ganzes Gesicht verzerrte sich immer mehr, er biss sich auf die Lippen. Irgendwann
platzte der Knoten, und Downing schluchzte ins Handy, dass er sie doch liebe, dass er ganz bestimmt bald bei ihr sei und dass alles gut werde . Dann wurde die Verbindung von der anderen Seite
abgebrochen. Bevor Downing sich äußern konnte, sagte Henderson:"Mr. Downing, nur deshalb, weil es offenbar in Ihrem Sinne ist, gibt man Rita Jenkins in diesem Moment das Augenlicht und das Gehör
zurück. Sie bleibt gefesselt, doch eine Frau kümmert sich wirklich gut um sie, redet viel mit ihr. Diese Frau ist selbst eine umgedrehte Hexe, kann heute gehen, wohin sie will. Ich würde dieser
Frau jederzeit mein Leben blind anvertrauen, Mr. Downing, ich lege Ihnen gegenüber meine Hand für sie ins Feuer. Sie kann Rita besser verstehen als Sie und ich, und sie kann es Ritas Gedanken und
Gefühlen nahe bringen, für Sie anders als bisher empfinden zu können. Die Frau ist heute glücklich, und das wird Rita hören und spüren. Alles, was aus Ritas Sicht bedeutsam ist, kann diese Frau
ihr einwandfrei und glaubhaft erklären, Mr. Downing, und sie tut es ganz bestimmt auch liebe- und verständnisvoll.
Damit Sie keinen falschen Eindruck von uns behalten, Mr. Downing, sollen Sie jetzt wissen,
dass wir Rita kurz und intensiv die Situation klar gemacht hatten, sie auf ein Bett fesselten, und ihr ansonsten nichts
taten, ohne dass sie es auch selbst wollte. Die Frau, die sich jetzt um Rita kümmert, ist seit dem Moment der Fesselung bei Rita. Sie ist auf Ritas Bitte hin aktiv geworden, nachdem sie Rita
erklärt hatte, worum es ging. Rita musste allerdings überzeugend bitten, weil die Frau tatsächlich sehr viel auf sich nimmt, indem sie antritt. Die Frau legt ihr Leben auch in Ritas Hände. Sie
hat nicht das Recht, Rita zu irgendetwas zu zwingen, sondern die Pflicht, nur zu vollziehen, was Rita auch selbst will. Das galt auch für den vorübergehenden Entzug von Augenlicht und Gehör, Mr.
Downing. Rita hatte gewusst, wofür es sein musste, und hatte dann darum gebeten. Als Rita blind und taub war, schloss die Frau selbst ihre Augen, um besser mit Rita fühlen zu können, Mr. Downing.
Und sie hielt Ritas Hände ganz fest und sagte Rita auf diesem Wege immer wieder: "Frage Dein Herz aufrichtig, ob Du an seiner Stelle kommen würdest, denn nur dann wird er sicher kommen!"
Sie bringt Rita nebenbei wahre Frauenfreundschaft und wahres Fühlen bei, sie hält zu ihr, Mr.Downing, als wäre Rita ihre
eigene Schwester. Die ganze Zeit über ist die Frau nicht den Befehlen eines Ordens, sondern nur dem Wohle Ritas verpflichtet. Sie hat nicht die Macht, das Programm zu beenden oder zu ändern. Aber
sie hat die Pflicht, jeden, der Rita irgendwie Unrecht tut, von Rita selbst bestrafen zu lassen, und dazu hat sie alle Mittel. Sie selbst ist
für uns heilig, solange sie einer Hilflosen aus Liebe zu ihr dient. Solange gehorcht der Orden ihren Befehlen, und ich bin
auf ihren Befehl hin tätig. Sonst gibt es nie Befehle bei uns, Mr. Downing.
Wie gut sie mit Rita umgeht, entscheidet Rita später aus einer sehr starken Position, Mr. Downing, und das wissen beide
Frauen bereits jetzt. Wenn Rita das Programm durchlaufen hat, wird ihre frühere Betreuerin tatsächlich für einen Tag zu unserer Gefangenen. Unter unseren Augen lässt sie sich vorschriftsmäßig von
Rita auf dem Bett fesseln, dann lassen wir die beiden für einen Tag allein. Was auch immer sie miteinander anstellen würden, keiner von ihnen würde man deshalb einen Vorwurf machen. Rita könnte
ihre jetzige Betreuerin im gefesselten Zustand erdrosseln, Mr. Downing, wir würden Rita dennoch ungeschoren ziehen lassen. Auch das wissen beide bereits jetzt. Rita hat jetzt schon eine Freundin,
wie sie noch nie eine hatte, Mr. Downing. Rita ist dabei, Frauenfreundschaft sensibel zu erfahren, das gesunde Fühlen und die Liebe zu lernen, Mr. Downing.
Verzeihen Sie es mir bitte, dass ich vorhin nicht ganz offen zu Ihnen war, Mr. Downing. Wir legen größten Wert darauf, Rita
so wenig, nicht so viel wie möglich zu quälen. Wir lassen niemanden auch nur eine Sekunde mit Angst allein, schon gar nicht unter Reizentzug. Wir setzen Reizentzug nie vollständig ein, so dass
jemand im inneren Gefängnis sitzen würde. Das wäre nur zerstörerische und schreckliche Folter, Mr. Downing. Wir belassen mindestens einen Sinn in Funktion, und wir stellen sicher, dass auf diesem
Wege intensiver herzlicher Gefühlsaustausch mit einer anderen Person erfolgt. Dabei denken wir uns einiges, Mr. Downing. Wir sind weder Sadisten, noch Pfuscher. Das hatte ich gerade nicht ganz so
deutlich machen wollen, damit Sie schneller auf und über den Berg kamen, Mr. Downing. Ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel. Am Ende werden Sie jedes Detail unseres Handelns ganz verstanden
haben, Mr. Downing, bis dahin muss jeweils das wichtigste reichen."
Henderson fuhr fort: "Rita weiß nun sicher, dass Sie kommen werden, Mr. Downing, darf jetzt auch Wasser trinken, und ist
sehr gut aufgehoben. Es gibt keinen Grund mehr für Sie, sich im Moment Sorgen zu machen, Mr. Downing. Entspannen und freuen Sie sich, Mr. Downing!" Downing lehnte längst wie erschlagen in seinem
Sitz zurück. Downing hatte seine Kinder innerlich aufgegeben, machte sich um Rita keine akuten Sorgen mehr, nun brauchte er etwas Erholung, wie Henderson wusste.
Bei Hendersons Kollegen in Europa lief es parallel: Zum ersten Mal empfand Rita wahre Dankbarkeit für Downing, zum ersten
Mal hatte es ihr selbst von Herzen leid getan, dass sie ihn gequält hatte. Sie hatte sich nur die eine Frage gestellt, was sie an Downings Stelle tun würde, wie sie an Downings Stelle für Rita
Jenkins fühlen würde. Je mehr sie ihm angetan hatte, desto mehr Angst musste sie leiden. Henderson hatte nicht mithören müssen, was Rita Jenkins dem Jim Downing am Telefon vorschluchzte. Aber
Henderson wusste, was Frauen in der Lage schluchzten: Erstens tue ihnen alles viel mehr leid, als irgendein Mensch es sich überhaupt vorstellen könne, zweitens hätten sie absolutes Verständnis
dafür, wenn der Mann von ihnen nichts mehr wissen wollte, denn verdient hätten sie ja schließlich nichts anderes, drittens versprechen sie ihm bestmögliche Wiedergutmachung und lebenslang größte
Dankbarkeit, wenn er ihnen dennoch verzeiht und zu ihnen hält, und viertens flehen sie ihn herzzerreißend an, ihnen zu verzeihen und zu ihnen zu halten, weil sie sonst rettungslos und restlos
verloren seien.
Wie absolut alle Männer in solchen Lagen, hatte Downing erst im Punkte vier nachgegeben, wie Henderson wusste. Auch die
Männer verfuhren nach Standardschema. Auf den Punkt erstens reagierten sie innerlich mit "Du kannst mich mal...", auf den Punkt zweitens mit: "Tolle Idee, Dich einfach abzuhaken! Schön, dass Du
mich ohne Geschrei gehen lassen willst!.", auf den Punkt drittens mit: "Um Himmels Willen, sie will mich doch nicht ohne Geschrei gehen lassen!" , und erst unter viertens geriet Bewegung ins
Spiel:"Ich müsste ihr den Tritt geben, aber wie fühlte ich mich dann? Nicht viel anders, als ob ich sie eigenhändig umgebracht hätte... SCHRECKLICH!!! ..... OK, OK, ohne mich ist sie ja wirklich
verloren, und wenigstens hat sie es nun begriffen..." Sobald der Mann sich sicher fühlte, dass die Frau wirklich gespürt hatte, dass sie ihn unbedingt brauchte, spürte er ihre Verzweiflung so
schmerzhaft, dass ihm nichts anderes mehr blieb als:"Komm, es ist ja wieder gut, ich liebe Dich doch auch, ich will doch für Dich da sein!" Kein zurecht ergrimmter Mann tat es vorher, doch auch
keiner hielt dem wirklich verzweifelten Hilferuf der geliebten Frau unter viertens stand. Dafür entstand in der Frau dann allerdings herzliche Zuneigung für den Mann, ob sie es wollte, oder ob
sie es nicht wollte. Die Natur war nicht ungerecht.
Henderson interessierte sich nicht dafür, aus immer wieder unterschiedlichen Mündern immer wieder das im Grunde selbe
Schluchzen zu hören. Es war Arbeit für ihn. Ritas Schluchzen sollte man sich dort anhören, wo Rita war, das war nicht Hendersons Job. Keine zwei Stunden würden sie in Europa brauchen, damit Rita
sich restlos in Downing verliebte und ihren Hexenmeister innerlich aufgab, wenn Downing erst einmal vor Ort war. Damit waren dann beide von jedem satanistischen Einfluss erlöst, aus Rita Jenkins
wurde die geläuterte und lebensfrohe Maria Magdalena. Das Grundrezept war altbewährt.
Um Rita Jenkins machte Henderson sich überhaupt keine Sorgen. Wenn auch der Lage angepasst und am Fortschritt in der Sache
orientiert, so ging man doch sensibel mit ihr um. Auch von ihr wollte man letztlich wahre Dankbarkeit, und deshalb durfte man nichts mit ihr machen, was sie auch im Nachhinein beanstanden würde,
sondern nur Dinge, die sie möglichst von Anfang an in ihrem eigenen Interesse als sinnvoll erkannte. Es gehörte zu den Ordensregeln, nicht selbst zu strafen, was nicht an einem selbst begangen
war, wenn jemand wehrlos war. Und ebenso gehörte es zu den Ordensregeln, Menschen nur durch Zuneigung zu gewinnen.
An halben Ergebnissen war niemand interessiert, der eng mit Henderson zusammen wirkte, er konnte für seine Leute tatsächlich
die Hand ins Feuer legen. Optimalität war das Standardziel. Deshalb konnte man es Rita nicht beliebig leicht machen, doch sensibel sorgte man dafür, dass man es ihr niemals schwerer machte als
nötig. Was in Europa lief, wusste Henderson, ohne dass er dabei war. Er kannte die Leute, die dort wirkten, ohne sie jemals gesehen oder gesprochen zu haben, jeden von ihnen, ganz genau. Jeder
von ihnen wäre mit Downing so umgegangen, wie Henderson es getan hatte. Alle waren gleich eingestellt und beherrschten die selben Schemata der Manipulation von Menschen. Es waren die :Leute, mit
denen Henderson am liebsten zusammen arbeitete, mit anderen Feinden des Satanismus klappte es nicht immer ganz so gut.
Mit Leuten vom Schlag eines Charles S. Eaglestone, der Satanisten mit dem Teufel verwechselte, konnte Henderson immer erst
dann etwas anfangen, wenn alles andere nicht mehr zog. Henderson wusste es so genau wie kein anderer, dass die einerseits abgrundtief böse Hexe andererseits abgrundtief böse Behandlung erfuhr.
Sie war tatsächlich exakt genug bestraft, so funktionierte es unter dem Strich bei jedem, auch wenn es kaum einer wirklich wusste. Henderson konnte es mathematisch beweisen: Der lebensfrohe
Bösewicht war so unmöglich wie trockenes Wasser, doch das interessierte Leute wie Charles S. Eaglestone überhaupt nicht.
Auf halbem Wege zum Flughafen sagte Henderson: "Mr. Downing, Sie werden einen anderen Flieger nehmen müssen, einen
Fernflieger. Heute ist der Teufel in der Elektronik, Mr. Downing, die für Sie gecharterte Maschine wird nicht in die Luft kommen. Ihr Pilot weiß, wohin er Sie zu fliegen hat. Sobald Sie in der
Maschine sitzen, sind Sie sicher in unseren Händen. Alles, was Sie und Rita über das Handy austauschen, Mr. Downing, ist so sicher, wie Sie eine einzelne Nadel in ganz Kanada verstecken können.
Sie brauchen nur auf den Knopf zu drücken, und schon haben Sie Rita, können solange mit ihr reden, wie Sie beide es wollen. Sie können beliebig oft das Gespräch beenden und aufnehmen, jeweils mit
dem selben Knopf. Auf der anderen Seite ist die Technik nicht ganz so weit, Mr. Downing, Rita kann Sie nicht anrufen. Sie werden Rita anrufen müssen, denn sie wird Sie bitten, die weiteren
Schritte zu gehen, und Sie wird Ihnen das nötige erklären. Wir wollen uns so wenig in Ihrer beide Angelegenheiten mischen, wie eben möglich, Mr. Downing.
Indem Sie das Handy in Ihren Besitz nehmen, Mr. Downing, erklären Sie Ihre Bereitschaft, Rita zur Frau zu wollen und
vorübergehend unser Gefangener zu sein. Wenn Sie in unserer Gefangenschaft sind, werden wir Rita Jenkins und Sie nur gemeinsam aus der Gefangenschaft entlassen, und erst dann, wenn zwischen Ihnen
beiden ungetrübte gegenseitige Herzensliebe herrscht. Das wird binnen 48 Stunden sein, wenn Sie kooperativ sind. Unsere Rituale sind 1000 Mal effizienter als die der Satanisten, weil wir die
Menschen dorthin bewegen, wo ihr Inneres wirklich hin will. Sie werden staunen, wie leicht Sie an Ritas Liebe herankommen. Im internen Sprachgebrauch heißt das Gesamtritual "Ave Maria", gemeint
ist Maria Magdalena. Die Einstellungsänderungen, die Jesus in der SM-Hure des Baal vollzog, um aus ihr eine herzensgute und lebensfrohe Frau zu machen, werden ebenfalls vollzogen.
Natürlich gehen wir davon aus, dass Jesus nicht exakt nach unserem Schema vorging, aber wir wissen, dass er die selben
Triebe mit der selben Richtung und Konsequenz bearbeitet hat, wie wir es tun. Das Ganze so schonend, wie es überhaupt geht. Solange Satanisten das Hirn nicht irreparabel schädigen, bekommen wir
alles hin wie neu, wenn wir einen passenden Sexualpartner haben, oft ist es die Ehefrau. Für absolut nichts brauchen wir länger als eine Woche zur vollständigen Heilung, wenn wir einen sexuellen
Partner haben. Satanisten können die Triebe nicht besiegen, Mr. Downing, uns fliegen die Türen auf, den Satanisten fliegen sie immer wieder zu. Kein einziger Satanist hat sich wirklich im Griff,
wie Sie nun an Rita und sich selbst ablesen können, aber andere wollen sie beherrschen. Wenn Sie beide durch das Ave Maria hindurch sind, dann wird es Ihnen so gehen wie meiner Frau und mir, Mr.
Downing. Wir können es weder mit den Gefühlen noch mit dem Verstand nachvollziehen, wie wir so dumm sein konnten, uns ein Leben der Qual als höchste Erkenntnis verkaufen zu lassen.
Sie haben in diesem Auto über Rita und über Ihre Kinder nachgedacht, sonst über nichts, Mr. Downing. Sie haben nicht
gefragt, was aus Ihren Immobilien und Aktien wird, haben nicht gefragt, wo Sie demnächst überhaupt Geld verdienen können. Für Sie ist es im tiefsten Innern klar, dass Sie sich mit Rita irgendwie
durchschlagen können, und das reicht Ihnen an der Stelle. In Ihrem Leben waren Ihnen nur Ihre Kinder und Rita wirklich wichtig, das haben Sie in diesem Auto bewiesen, und Ihr Herz hat
entschieden, dass Ihnen jetzt nur noch Rita wichtig ist. Wofür haben Sie bisher geschuftet, wofür haben Sie sich demütigen lassen, wofür haben Sie sich quälen lassen? Nur für herzlose und magere
Zuwendung von Rita Jenkins, denn mit Ihrer Familie hätten Sie längst von Ihren Dividenden und Mieten leben können, ohne zu darben. Von uns bekommen Sie die dauernde Herzensliebe der Rita Jenkins,
gratis und im Handumdrehen, Mr. Downing.
Mr. Downing, wenn Sie frei sind, können Rita und Sie sich entscheiden, ob Sie uns helfen wollen. Wenn Sie uns dann helfen
wollen, dann werden wir Ihnen helfen. Akzeptieren Sie das alles, was ich Ihnen gesagt habe?"
Downing: "Meinen Sie die Frage jetzt noch im Ernst, Mr. Henderson?"
Henderson:"Mr. Downing, als Sie in dieses Auto stiegen, waren Sie die Marionette von Rita Jenkins, dann zwang ich Sie, sich
meinen Vorgaben zu beugen. Wir beabsichtigen nicht, Sie zu unserer Marionette zu machen. Die Hexe ist deshalb unsere Gefangene, weil wir es wollen, der Sklave wird nur unser Gefangener, wenn er
es will, und seine Gefangenschaft ist bis zuletzt eine andere als die der Hexe. Mr. Downing, nach meinem Gefühl würde ich mich Ihnen gegenüber der Freiheitsberaubung schuldig machen, wenn ich Sie
ohne Ihren ausdrücklichen Wunsch in Gefangenschaft schicken würde. Halten Sie mich womöglich für einen Kriminellen, Mr. Downing?"
Downing:"Ã"hm, nein, selbstverständlich nicht, so war das nicht gemeint. Ich meinte, dass ich selbst heilfroh sei, endlich
berechtigte Hoffnung auf Ritas Liebe haben zu können. Sagen Sie bloß nicht, dass Ihnen das nicht sonnenklar sei, Mr. Henderson."
Henderson:"Wenn ich ehrlich zu Ihnen sein soll, so ist es mir noch nicht ganz sonnenklar, Mr. Downing. Sind Sie also bereit,
sich auf die Bedingungen einzulassen?"
Downing:"Selbstverständlich gern." Und, zwei Sekunden später:"Ich danke Ihnen, Mr. Henderson, das werde ich Ihnen niemals
vergessen!"
Henderson, lächelnd: "Ich tue es nur, um Sie als Vorgesetzten los zu werden, Mr. Downing. Wenn Sie mir wirklich dankbar
sind, dann sagen Sie mir noch, was ich aus Ihrer Sicht wissen sollte. Anders als Sie fahre ich gleich zur Firma zurück, und mache meinen Job weiter."
Downing überlegte kurz, dann sagte er: "Sie haben recht. Darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an, und Sie sind mir jetzt
schon viel lieber als die anderen. Steinberg macht alle verrückt, dass das Experiment - Ihre Abteilung - ein gefährlicher Wahnsinn sei. Er hält Sie für einen ganz ausgekochten Hund, hat bisher
aber nichts, womit er seine Ansichten belegen könnte. Steinberg würde Ihre ganze Abteilung am liebsten sofort auseinanderpflücken und alle Leute unter Folter und Lügendetektor ausfragen. Er ist
darauf so wild, wie ein wütender Wachhund an seiner Kette zerrt. Ich glaube, wenn man Sie noch ein bisschen machen lässt, dann platzt Steinberg vor Wut. Er war zuletzt nicht gut verträglich, aber
alle Mitglieder des Bundes, einschließlich Steinberg, wissen genau, dass es mich im wahrsten Sinne meinen eigenen Kopf kostete, wenn ich Sie nicht so machen ließe, wie Sie es wollen. Man will
keine Störfehler im Experiment. Nicht einmal Rita wagte es, mich überhaupt nach Ihrer Arbeit zu fragen, Mr. Henderson. Sie wissen, was das bedeutet, hoffe ich. Es gibt andere, die ein Auge auf
Sie haben, wie auch immer, Mr. Henderson. Sollte auch nur einer aus Ihrer Abteilung irgendwie auffliegen, dann führen die Satanisten Weltkrieg gegen Sie alle, bis von Ihnen und allen, denen Sie
nahe waren, nichts mehr übrig ist. Meine Funktion, wie Sie wissen, ist es ausschließlich, die vollständige soziale Isolation Ihrer Abteilung innerhalb des Unternehmens zu gewährleisten, damit die
unterschiedlichen Konzepte sich nicht vermischen, obwohl sie nebeneinander existieren."
Downing bestätigte, was Henderson wusste. Nun wusste Henderson auch, dass Downing sich innerlich vom Bund gelöst hatte. Das
letzte Stückchen hatte noch gefehlt, deshalb hatte Downing erst überlegt. Henderson war mit dem gröbsten fertig, was Downing anging.
Henderson: "Von Steinberg hatte ich nichts anderes erwartet, ihm kann ich es bei jeder Begegnung aus den Augen lesen. York
G. Steinberg, der hasserfüllte Enkelsohn eines Führers der SS-Totenkopfverbände. Bei jedem Spiegel, vor den er sich stellt, fragt er sich, wieso das Spiegelglas seinem Anblick standhalten kann.
Der Mann hat noch niemals eine Frau geliebt, und er hat panische Angst davor, diese Erfahrung zu machen. Er kennt nur Männer, die überhaupt keine Frau an ihre Herzen lassen, und Männer, die auf
die Folterbank geraten, sobald sie lieben. Was meinen Sie, Mr. Downing, wenn Steinberg einen anständigen Charakter hätte, wäre der Mann etwas für Ihre ehemalige Frau?"
Downing wirkte erst verdutzt, doch dann schien ihm der Gedanke sogar zu gefallen. "Steinberg könnten sogar meine Anzüge
womöglich passen, Mr. Henderson, und wenn er meine Frau so lieben würde, wie ich Rita liebe, das ganze auch noch andersherum, was sollte dann noch fehlen? Wenn Sie aus dem Arschloch Steinberg
einen Menschen machen, der meine ehemalige Frau glücklich macht, dann wird die ganze Welt klatschen, Mr. Henderson."
Henderson: "Robert, bitte, Mr. Downing." Jetzt hatte Downing ihm vollständig aus dem Herzen gesprochen.
Downing: "Danke, Robert, ich heiße Jim."
Henderson: "Weißt Du, Jim, Männer, die noch nie eine Frau an ihre Gefühle ließen, sind unsere leichtesten Opfer. Wir
brauchen nur eine Frau, die innerlich sagt: "Den will ich haben!" Wenn die jetzige Mrs. Downing sich innerlich für ihn entscheiden kann, das werden wir sehr schnell wissen, dann machen wir die
Sache schnellstens rund. Jim, ich denke, dann wäre Steinberg auch der ideale Nachfolger für Deinen Posten in der Firma. Der einzige, der mir noch nicht traut, könnte mich dann unmittelbar
kontrollieren. Damit hätten dann alle ihren Frieden."
Downing schien sich vorzustellen, wie der Steinberg, den er kannte, von Henderson auf Linie gebracht wurde, er konnte
wirklich lachen. Downing, immer noch schluckend: "Robert, Du bist ein prima Kerl, aber Steinberg scheint tatsächlich instinktiv zu spüren, dass Du ein ausgekochter Hund bist."
Henderson, ernst: "Genau aus dem Grunde müssen wir ihn umpolen oder umbringen. Das haben wir uns schon seit einiger Zeit so
vorgestellt, Jim. Ich würde ihn lieber umpolen."
Downing: "Wenn Ihr Steinberg umlegen würdet, müsstet Ihr Euch anschließend warm anziehen, Robert. Sein Vater muss eines der
obersten Tiere im Bund sein, sonst könnte Steinberg sich nicht halb so viel herausnehmen. Und den Sohn eines Illuminaten umzudrehen, ohne, dass es anschließend irgendeiner merkt... Ich traue Euch
wirklich einiges zu, Robert, aber auch Ihr werdet ganz bestimmt Eure Grenzen haben."
Henderson: "Jim, ich weiß, dass es sich komplett verrückt anhört, den Sohn eines Illuminaten umdrehen und vor Ort belassen
zu wollen. Du darfst aber nicht vergessen, dass wir die Spezialisten für das sind, was andere als verrückt bezeichnen, ohne dass es verrückt ist. Du siehst es als Risiko, dass der alte Steinberg
dahinter kommen könnte. Wir würden Wert darauf legen, dass der alte Steinberg es erfährt. In der passenden Art und Weise, selbstverständlich, so, wie wir es wollen. Wenn es überhaupt etwas gibt,
für das der alte Steinberg Liebe empfindet, dann ist es sein Sohn. Wie würdest Du denn an seiner Stelle reagieren, Jim? Soll er seinen geliebten Sohn zur Hirnwäsche oder zur Liquidation
ausliefern? Wir würden die schönsten und goldensten Brücken auch für Steinberg senior bauen, Jim, er wäre uns sogar noch dankbar. Wir brauchen immer nur einen, Jim, dann können wir alles holen,
was über Liebe irgendwie mit ihm verbunden ist."
Downing: "Euer Charme wirft wirklich jeden um, Robert, allmählich begreife ich, wie Du den Cash mit Deinem Laden machst.
Aber wieso habt Ihr Steinberg nicht längst umgedreht? Auf mich wirkte er nicht besonders glücklich?"
Henderson, ernsthaft nachdenklich wirkend: "Weißt Du, Jim, wir hatten noch keine Ahnung, welche Frau wir dafür am besten
nehmen sollen. Du brauchst eben eine Frau, die den Mann wirklich haben will. Aber jede Frau, die wir bisher testeten, wurde sofort lesbisch, als sie Steinberg sah."
Downing lachte aus ganzer Seele, er verschluckte sich fast. Henderson hatte gewusst, dass Steinberg auf Downing
herumgetrampelt war. Steinberg würde niemals wieder auf Downing herumtrampeln können, selbst dann nicht, wenn sie sich begegnen würden. Die Angst von gestern war dem Lachen von heute gewichen.
Downing hatte mit seinen Gefühlen verstanden, dass der scheinbar so starke Steinberg eine Figur des Irrtums, der Lächerlichkeit und der Selbstqual war, Downings spontanes und absolut freies
Lachen war der Beweis dafür.
Downing, nachdem er sich beruhigt hatte: "Robert, ich bin nicht blöd. Ihr habt Steinberg gemeinsam mit meiner Ehefrau im
Visier. Meine Ehefrau liebt mich, Robert."