Freitag, 4. juli 2008

Henderson:: "Wäre es anders, würdest Du sie ja auch lieben. Euer widernatürliches Sexualschema bindet immer nur in eine Richtung, aber in eine Richtung dafür sicher. Im Flieger wirst Du ein Video über das zweistufige Naturschema sehen, das gegenseitige Bindung sicherstellt."

 

Downing: "Willst Du mir nicht sagen, was Ihr mit Dorothy anstellen wollt, Robert? Bei Steinberg kommt es mir nur auf das Ergebnis an, aber wie soll Dorothy sich in Steinberg verlieben?"

 

Henderson: "Indem wir ihr die Wahrheit sagen, Jim, die nackte und nicht ganz schöne Wahrheit. Wir sagen ihr, dass sie und ihre Kinder nur in dieser Weise absolut wetterfest von allen Seiten geschützt seien, dass alles andere tatsächlich mit schrecklichen Risiken behaftet sei. So bewegen wir sie dazu, Steinberg mit etwas Unterstützung sexuell abhängig zu machen. Dann lassen wir Steinberg solange vor ihr weinen, bis ihr das Herz bricht. Was meinst Du, wer Dorothy diese Sachen erklären werde, Jim?"

 

Downing: "Lasse mich nachdenken, Robert. Es wird bestimmt eine Frau sein, für die Du Deine Hand ins Feuer legst und der Du Dein Leben jederzeit blind anvertrauen würdest. Außerdem wird sie einmal in ganz genau der selben Lage wie Dorothy heute gewesen sein, doch heute wird sie rundum spürbar glücklich sein."

 

Henderson: "Es ist mir ein Rätsel, wie Du das alles erraten konntest, Jim. Eine glückliche Frau meines absoluten Vertrauens wird es jedenfalls sein, wenn wir keine mit passender Vorgeschichte haben, dann tut es eine andere mit ebenso beeindruckender Vorgeschichte ebenso gut, Jim."

 

Downing: "Zweifellos macht sie es perfekt, denke ich."

 

Henderson: "Auf die letzte Nachkommastelle würde ich nie schwören, Jim, aber jedenfalls lassen wir keine Leute heran, die die 99% nicht erreichen. Ich bin so ziemlich das trübste Licht in unserem Laden."

 

Downing: "Dann bin ich wirklich mehr als mächtig beeindruckt, Robert. Weshalb beherrscht Ihr die Welt noch nicht?"

 

Henderson:"Jim, ich weiß selbst, dass es sich wie die billigste Ausrede aller Zeiten anhört, wenn ich Dir die Antwort gebe. Aber sie ist 100%-tig wahr, Jim, das sage ich Dir ehrlich als Mann: Wir wollen die Welt nicht beherrschen, es widerstrebt uns innerlich. Wir wollen uns im Grunde überhaupt nicht um die Probleme anderer kümmern, solange es keine Probleme sind, die sie mit uns gemeinsam haben. Herrschen ist anstrengend und aufreibend, warum soll sich das ein Mensch antun? Sich selbst und anderen zugleich das Leben schwer machen? Nachdem Deine Beziehung zu Rita richtig eingestellt sein wird, Jim, was wird Dir dann lieber sein: 2 Wochen Freizeit mit Rita, oder 2 Wochen, in denen Du andere nach Deinem Belieben tanzen lassen und dafür Geld kassieren könntest?"

 

Downing: "Das war für mich immer schon klar, Robert, bisher sah ich nur nicht die Chance, es wirklich zu bekommen. Ich verstehe Dich allmählich sehr gut. Wie wollt Ihr Steinberg bekommen, bevor er womöglich zu weit gegangen ist, Robert?"

 

Henderson: "Wie bekommt man einen Narren, der sich gegenüber Frauen für absolut unwiderstehlich hält, der außerdem noch meint, er müsse mit Frauen renommieren, und der außerdem noch meint, seine Gefühle seien vor jeder Frau absolut sicher? Ich gehe eigentlich davon aus, dass uns solche Sachen möglich sein sollten, Jim. Eine Frau, mit der Steinberg gern prahlen würde, die ihm keine Angst macht, dafür aber gut zu locken weiß. Im Bett sagt sie ihm, dass sie es gern ganz sanft hätte, dreht ihn durch die sanfte Mühle, macht ihm dabei höchstes Lustempfinden vor, und erzählt ihm dann, dass er der beste Lover sei, den sie jemals gehabt habe. Und nicht nur das: Alles an ihm bewundert sie, und soviel wie möglich will sie über ihn wissen. Diese Frau zieht Steinberg aus dem Stand außer Gefecht, weil er nur noch über sie nachdenken wird, Jim, und diese Frau bringt ihn bei erster sicherer Gelegenheit in unsere Hände. Oder siehst Du das anders, Jim?"

 

Downing: "Ich kenne keinen einzigen Menschen, der misstrauischer ist als Steinberg, Robert. Und Steinberg ist durch andere Schulen gegangen als ich, da bin ich mir sicher. Je mehr ich nachdenke, desto mehr fürchte ich Steinbergs Rache an Dorothy und den Kindern."

 

Henderson: "Und ich kenne keinen einzigen Menschen, der eitler ist als Steinberg, Jim. Und ich kenne auch keinen einzigen, der unter stärkerem inneren Druck steht, sich endlich einmal wohltuend zu verlieben, Jim. Sonst wäre er nicht so, wie er ist, Jim. Steinberg ist nur deshalb so misstrauisch, weil er spürt und vielleicht auch weiß, wie verwundbar er in Wahrheit ist, Jim. Und er ist nur deshalb so böse, weil er sich im tiefsten Innern wie ein Verrückter nach Liebe sehnt. Jim, unser Lockvogel pirscht sich völlig unauffällig an Steinberg heran. Bei irgendeiner Gelegenheit. Dann stupst sie ihn scheinbar versehentlich an oder bittet ihn um irgendetwas. Ganz spontan wendet er sich ihr zu, und sofort setzt sie ihm einen Blick in die Augen, der Steinberg innerlich umwirft. Von da an will er kein Misstrauen mehr haben, und unser Lockvogel wird sein bestes geben, ihm diesen Wunsch vorübergehend zu erfüllen. Sie kommt in der Maske der aufblickenden Dienerin, Jim, sie wird ihm das Gefühl seiner Überlegenheit geben, während sie ihn um ihren Finger wickelt."

 

Downing: "Komm, Robert, für wie blöd haltet Ihr Illuminaten? Meinst Du wirklich, Steinberg würde irgendeinen Trick nicht kennen?"

 

Henderson: "Jim, jeder Raucher weiß, dass Rauchen schädlich ist. Wenn es auf der Welt nur nach dem ginge, was die Illuminaten wissen, dann würde ich mich sofort bei den Illuminaten anmelden. Erstens wissen sie nicht alles, zweitens irren sie in vielem, was sie zu wissen meinen. Für unseren Lockvogel sind Fälle wie Steinberg Routine, Jim."

 

Downing: "Robert, du weißt, was ich gern hören will, bitte sage es mir!"

 

Henderson: "Das, was ich dir jetzt sage, sage ich auch Dir nur deshalb, weil es Dir eine berechtigte Angelegenheit Deines Herzens ist, Jim. Hast Du schon einmal von Kelly Davis gehört?"

 

Downing: "Allerdings, ich hörte einmal den Namen fallen, als es ganz offenbar nicht für mich bestimmt war. Das wurde mir sehr deutlich. Weshalb ich den Namen nicht hören sollte, ist mir bis heute nicht klar."

 

Henderson: "Kelly Davis produziert außergewöhnlich grausame und außerordentlich heimtückische Morde an Satanisten, die anschließend niemals wieder auftauchen. Das verfilmt sie mit Ton. Sie zieht wirklich jeden hungrigen Fisch aus jedem Teich, außerdem beherrscht sie mehrere Sprachen und extrem wirksame Kampfsporttechniken. Ihr Gesicht ist absolut unbekannt. Jim, ein Mann, der die Frau auf Fischfang erlebt, und anschließend sieht, was sie letztlich mit dem Mann macht, der wird für mindestens 2 Jahre impotent, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit als Dauerpatient in der Psychiatrie. Und das ist kein Scherz, Jim. Wenn die Frau auf einen Mann angesetzt wird, der nach Frauen Ausschau hält, dann ist dieser Mann verloren, Jim. Kelly Davis ist zu Steinbergs höchstem Glück nur darauf angesetzt, ihn ungeschoren und möglichst ungequält in unsere Hände zu liefern. Das heißt, wenn Du es vielleicht lieber anders möchtest, Jim? Sie gehört zwar nicht zu meinem Club, aber sie lässt jeden Satanisten so viel und so oft für alle Sünden der Welt büßen, wie wir es wollen, Jim."

 

Downing: "Nein, Danke, Robert. Mir reicht voll und ganz die Vorstellung, dass Steinberg vor Dorothy weinen wird. Das finde ich ganz OK, mehr muss nicht sein, wenn er dabei anständig wird. Robert, ich fühle mich wirklich nicht gut, wenn ich an Steinberg und Dorothy denke."

 

Henderson: "Jim, wenn meine Frau allein und schutzlos wäre, und Steinberg nichts anderes in seinem Sinn hätte, als sie aufzusuchen und ihr das Schlimmste zu bereiten, dann würde ich mich in dem Moment beruhigt schlafen legen können, in dem Kelly Davis zum Schutz meiner Frau vor Steinberg abgestellt wäre. Das verspreche ich Dir, Jim. Absolute Risikofreiheit gibt es leider nie, aber wir sind niemals weit davon entfernt. Jim, es ist die Wahrheit, dass kein Geheimdienst der Welt eine fähigere Agentin hat als Kelly Davis, sie haben nicht einmal etwas annähernd vergleichbares. Kelly Davis ist für normale Menschen überhaupt nicht vorstellbar, Jim. Steinberg ist in jeder Beziehung ein Zwerg gegen sie. Glaube mir, dass Dorothy vor Steinberg sicher ist!"

 

Downing: "Steinberg ist viel unterwegs, Robert, und kann jederzeit bei Dorothy auftauchen, auch nachts. Was nützt es Dorothy, wenn Kelly Davis noch so gut, aber nicht da ist, Robert?"

 

Henderson: "Ich kann Dir alles kurz erklären, Jim. Aber ich sage es Dir vorher, dass ich Dir Kelly Davis an den Hals schicke, wenn Du irgendwem ein Wort darüber verrätst. Das ist todernst, Jim."

 

Downing: "Ich will Dich nicht verraten, Robert. Ich will, dass Dorothy und die Kinder sicher sind, Robert. Und ich will mir wirklich sicher sein, dass es so ist. Schicke mir sonst wen an den Hals, falls ich Dich verraten sollte, ich werde es nicht tun! Nicht einmal gegenüber Rita! Bitte, gib mir das Gefühl der Sicherheit!"

 

Henderson: "Kelly Davis hat ihn schon, Jim, mein Wort darauf."

 

Downing: "Woher weißt Du das, Robert?"

 

Henderson: "Weil Kelly Davis einen sicheren Termin mit ihm hatte, als ich das letzte Mal von ihr hörte. Sie hatte ihn doppelt geködert, er konnte nicht widerstehen. Er nimmt an, dass sie ihm einen Weg weisen könnte, meinen Laden hochgehen zu lassen, und er würde sie sehr gern bumsen. Zwei sehr triftige Argumente für ihn, Jim. Der Termin findet heute statt, es war vorgesehen, dass sie ihn zunächst nur etwas stärker interessiert und eine lange Leine zu ihm zieht. Vor den jetzigen Hintergründen bin ich mir ganz sicher, dass sie die Sache sofort rund machen wird, denn sie weiß, worum es geht, Jim. Hattest Du angenommen, wir würden das Risikopotential von Steinberg nicht auf unserer Rechnung gehabt haben? Steinberg musste aus dem Verkehr, bevor Dein Verschwinden Wellen schlagen konnte, das war eine Grundvoraussetzung des Ganzen."

 

Downing: "Robert, ich fühle mich wirklich schlecht bei dem Gedanken, ich würde es so gern wissen, dass Dorothy und die Kinder sicher sind."

 

Henderson griff in seine Türablage, holte ein Handy hervor, drückte einen Knopf, sah auf das Display, und sagte: "Sie hat ihn schon, Jim. Er ist ihr ausgeliefert, weiß, dass sie ihn spurlos verschwinden lassen kann, ohne irgendeinen Verdacht zu erregen, und sie hat ihm einen Kurzfilm gezeigt. Er wäre nur aus Angst jetzt schon wahnsinnig oder tot, wenn sie ihm vor dem Film nicht aufrichtig gesagt hätte, dass sie ihm ganz bestimmt kein Haar krümmen werde, falls er unter ihren Augen immer lieb sein würde. Steinberg hat 33 Jahre sehr hart daran gearbeitet, so böse wie möglich zu werden, Jim, und innerhalb von ein paar Minuten hat er nun gelernt, so lieb zu sein, wie überhaupt möglich. Ich hatte ihn immer im Verdacht, tief in sich ein goldenes Herz zu haben, vermutlich hasste er mich einfach deshalb. Jim, lasse mich aus dem Spiel, sage Steinberg nichts, und sprich kurz mit ihm. Kelly Davis erwartet von ihm, dass er Dich ganz lieb um Verzeihung bittet. Solange, bis es sich für Dich lieb genug anhört. Drücke auf den Knopf, und Du hast Steinberg.

 

Downing sagte kurz "Hallo, Mr. Steinberg", und dann eine zeitlang nichts. Man konnte es an Downings Gesicht ablesen, dass der letzte Hass erst der Verachtung, dann dem Mitgefühl wich, und zuletzt sagte er noch, dass er ihm zwar verzeihe, ihm aber höchstpersönlich das Genick brechen würde, sollte er Dorothy oder den Kindern etwas antun. Und er ließ sich von Steinberg bestätigen, dass ihm das klar sei und dass er solches niemals tun werde.

 

Henderson: "Steinberg ist bald gründlich vorgewaschen und vorgebügelt. Das Gröbste wollte man Dorothy nicht überlassen, Jim, Steinberg erschien uns dafür zu ungehobelt. Wir machen uns immer ein paar Gedanken. Dorothy wird ihn nicht zu sehen bekommen, bevor Steinberg es wirklich gelernt hat, lieb zu sein. Das muss erst richtig sitzen. Zufrieden?"

 

Downing: "Ich überlege gerade, wen ich mehr liebe, Rita, oder Dich, Robert. Noch eine Riesenfreude könnte ich fast nicht mehr aushalten, Du bist ein Schatz."

 

Henderson: "Siehst Du, Jim, so einfach kann man von jedem alles haben."

 

Beim Abschied sah Henderson Downing tief in die Augen. "Wenn Du Rita wirklich liebst und auch noch starke Nerven zeigen kannst, dann wird tatsächlich alles gut, das verspreche ich Dir, Jim!

 

Downing: "Robert, wenn ich das nicht ganz genau wüsste, hätte ich gerade nicht lachen können. Ich wusste natürlich, dass man Menschen schnell und wirksam manipulieren kann.

Darum wurde mir schnell klar, dass Du mir keinen Unsinn erzähltest, ich habe es ja an Ritas Reaktionen erlebt. Rita wird mich bald sehen, den Sklaven Jim Downing wird sie niemals wieder zu Gesicht bekommen."

 

Henderson: "Hört sich wirklich gut an, Jim. Das solltest Du ihr unbedingt bei der nächsten Gelegenheit am Telefon sagen, damit sie nicht enttäuscht ist, wenn plötzlich ein Mann anstelle eines Waschlappens erscheint."

 

Downing:" Darauf kannst Du Dich verlassen, Robert!"

 

Henderson: "Dann bin ich davon überzeugt, dass Du es nicht wagen wirst, mich zu enttäuschen, Jim! Ich muss Dir übrigens schnell noch etwas beibringen, Jim."

 

Downing: "Jetzt, so schnell noch, Robert?"

 

Henderson: "Du bist mir sehr sympathisch geworden, und ich Dir. Wir haben gemeinsam ein dickes Ding am Haken, und ich denke, dass wir das selbe wollen. Außerdem gehören wir beide zur Weltmännergemeinschaft. Bereits letzteres bedeutet, dass wir uns nach Lage unserer Triebe verpflichtet fühlen, dem anderen gegen überzogenes Vorgehen von weiblicher Seite stets und immer beizustehen. Wollen wir richtig Freundschaft schließen, Jim?"

 

Downing: "Sehr gern, Robert!"

 

Henderson: "Wir brauchen etwas, was uns wirklich wichtig ist, und worin wir uns fest einig sind. Wir waren beide Sklaven, wollen wir unseren Hass auf Versklavung als gemeinsames Motiv unserer Freundschaft nehmen?"

 

Downing: "Das dürfte uns zusammenschweißen."

 

Henderson erklärte kurz, dann traten sie einander gegenüber, sahen sich tief in die Augen, und beide dachten daran, wie sehr sie Versklavung hassten, beide dachten daran, wie sehr sie gelitten hatten. Das taten sie solange, bis sie sich in die Arme fielen und weinten. Das war das Schema gewesen, nach dem deutsche und französische Soldaten sich letztlich in die Arme gefallen waren und sich fraternisiert hatten, nach endlosem Leid im Grabenkampf. Niemals würden zwei solche Freunde aufeinander schießen können. Henderson hatte sichergestellt, dass Downing ihn auch dann nicht verraten würde, wenn er sich nach der Freilassung nicht Hendersons Leuten anschließen würde. Downing würde es heute nicht tun, würde es morgen nicht tun, und würde es in 100 Jahren nicht tun, wenn beide dann noch lebten. Und selbst wenn Downings gegenseitige Liebe mit Rita absolut perfekt war, so würde er es niemals zulassen, dass sie in seiner Gegenwart Unrechtes über Henderson redete. Solange Henderson nach Downings Gefühlen nichts vorzuwerfen war, würde er Hendersons Wohl und Ehre wie ein Tiger gegen alle Frauen der Welt verteidigen. Auch gegenüber der eigenen Frau, seiner eigenen Mutter und seinen eigenen Töchtern.

Und würde er Henderson blutverschmiert vor seiner Tür finden, dann würde er Rita nicht fragen, ob er ihn auf ein Bett legen dürfte, und würde sich durch ein Nein auch nicht beeindrucken lassen. Und er würde grundsätzlich sogar sein Leben riskieren, sollte Henderson vor seinen Augen (!) in Not geraten. Das alles konnte Downing so genau nicht wissen, wahre Freundschaft war unter Satanisten nicht möglich, dazwischen stand das Satansbündnis. Aber im Grunde sollte ja auch jeder Mann wissen, was wahre Männerfreundschaft wirklich heißt, und so fühlte Henderson sich nicht der Täuschung schuldig. Und, immerhin: Downing war ja auch Hendersons Freund geworden. Daraus ergab sich sofort ein Problem.

 

Henderson: "Jim...."

 

Downing: "Du müsstest mir etwas sagen, Robert."

 

Henderson: "Stimmt, Jim."

 

Downing: "Und Du hast es mir schon gesagt."

 

Henderson: "Das stimmt auch."

 

Downing: "Steinberg war der Hexenmeister von Rita."

 

Henderson: "Weißt Du genau, wann ich es Dir gesagt habe?"

 

Downing: "Du hast es mir mit Deinen Augen gesagt, und Du hast mir mit Deinen Augen gesagt, dass ich es Rita verzeihen solle. Solange, bis ich mich nicht mehr halten konnte."

 

Henderson: "In dem Moment, in dem Du Dich nicht mehr halten konntest, hast Du es mir versprochen, Rita zu verzeihen. Und ich habe Dir dafür mit Liebe gedankt."

 

Downing: "Steinberg ist für mich nur noch ein armes Schwein. Und was Rita bis heute alles gemacht hat, wird mich am Ende nicht mehr interessieren. Es werden einige Hühnchen zu rupfen sein, aber dabei soll sie heil bleiben. Ich liebe sie, Robert, und ich liebe Dich. Du bist mein Freund, der erste richtige Freund in meinem Leben. "

 

Die Urinstinkte ließen sich auch mit satanistischen Mitteln nicht totschlagen, im Moment hoher Emotionalität klappte die wortlose Verständigung zwischen Männern. Henderson hatte ebenso gut in Downings Augen gelesen, wie Downing in seinen.

 

Henderson: "Jim, ich muss es Dir als Herzensfreund auch mit Worten sagen, dass Steinberg der Hexenmeister Ritas war. Dass Steinberg ein Aschloch war, weißt Du selbst, alles andere auch. Hake die Sache mit Steinberg einfach ab, die Sache ist es nicht wert, Euer Glück zu trüben!"

 

Downing: "Besten Dank für den Hinweis und den guten Willen! Robert, ich sehe das ganze Ding genau wie Du!"

 

Henderson: "Gib ihr nicht zuwenig, und gib ihr nicht zuviel, Jim, Du stehst für alle Männer der Welt im Ring! Du musst Dorothy auch noch anrufen, Näheres erfährst Du von Rita, Jim. Und jetzt sieh zu, dass Du in den Flieger kommst!"

 

Man umarmte sich sehr herzlich, aber Henderson vollzog nicht das Ritual des Abschieds, sondern des Lebewohls. Das Abschiedsritual war nur unter Menschen sinnvoll, die grundsätzlich zusammen lebten. Es zwingt den Scheidenden innerlich zurückzukommen, den bleibenden Teil aber, innerlich auf den Scheidenden zu warten. Das konnte im Falle Downings so sinnvoll nicht sein, weshalb Henderson auch lieber verzichtete. Als Downing im Flieger saß, war der Fall für Henderson schon fast erledigt.

 

Downing flog seinem Glück entgegen, doch Henderson würde Downing niemals wieder sehen. Er fuhr zurück zur Firma und rief Mrs. Langton an, dass alles geklappt habe, dass er, Henderson, sich aber gewundert habe, dass Downing nichts über sein Ziel habe sagen wollen. Aufmerksam zuhörend ließ er Mrs. Langton dann erklären, dass Mr. Downing sich bereits gemeldet habe und dass sie alles in seinem Sinne habe veranlassen können. Und natürlich bedankte sie sich sehr herzlich bei Henderson. Henderson sagte darauf, für ihn sei es der schönste Dank, dass er habe helfen können. Das war so ehrlich gemeint, dass weder Gott noch Teufel eine Lüge darin gefunden hätten, und so zweifelte auch Mrs. Langton nicht an der Wahrheit dieser Worte.

Zu dem Zeitpunkt hatte der Jet mit Downing das Hoheitsgebiet Kanadas bereits verlassen, und Henderson machte weiter, als ob nichts gewesen wäre. Henderson wusste nicht, wohin Downing überhaupt flog, außer natürlich, dass Downing seinem Lebensglück entgegen flog.

 

Es war ihm egal, ob man Downing in Afrika, Toronto oder auf dem Mond glücklich machte. Es war auch nicht sein Problem, dass sein formal Vorgesetzter einfach abgehauen war. Und ob in Europa eine gefesselte Rita Jenkins mehr oder weniger in den Betten lag, war ihm auch egal, solange er nichts für sie tun konnte. Und Downing war ihm solange egal, wie er ihn nicht sah, ihn nicht hörte und nicht an ihn dachte. Und damit war Downing ihm letztlich auch egal, weil er gar nicht an Downing denken wollte, solange er nichts von ihm hörte. Wie andere Menschen einen Einkaufsbummel innerlich ad acta legten, so legte Robert Henderson es innerlich ad acta, wenn er an der Umdrehung von Menschen mitgewirkt hatte.

 

Doch das war immer noch nicht alles, was die Besonderheit des Robert Henderson ausmachte. Oder besser, der Hendersons, denn die beiden wirkten als Team. Als Satanisten hatten beide nicht nur Schreckliches, sondern sehr Schreckliches getan. Nach menschlichem Empfinden das Schlimmste, was ein Mensch überhaupt tun kann. Dabei hatten sie innere Grenzen überschritten, die niemals wieder neu aufgerichtet werden können. Solange sie von diesen ursprünglichen inneren Grenzen weit genug weg blieben, war das völlig egal. Ob der ausbalancierte Robert Henderson Grenzen überschritten hatte oder nicht, spielte für sein Denken und Handeln überhaupt keine Rolle. Würde er den ursprünglichen inneren Grenzen aber nahe kommen, so konnte er ungehindert durchmarschieren. Wo andere ein klares innerliches "Halt! Stopp! Höre auf!" -Signal bekamen, kam bei ihm nichts. Ab dem Punkte konnte er das Schrecklichste tun, wie andere sich ein Brot schmierten, und das galt auch für seine Frau.

 

Damit konnten beide sich grundsätzlich umschalten, das heißt, einer zwang den anderen über Gefühlsdruck Richtung alter innerer Grenzen, während der andere sich treiben ließ, oder beide trieben sich selbst und den anderen über jeweils ein und denselben Mechanismus. Alle Verfahren bedeuteten für beide einen Gang durch die absolute Hölle der Gefühle, brachten aber das sichere Ergebnis, dass der Getriebene in die Lage versetzt wurde, absolut gewissenlos zu handeln. Sein Mitgefühl für Satanisten wurde auf absolut null gesetzt. In der Beziehung konnte schlagartig starkes Ungleichgewicht herrschen, die ganze Sache war im Grunde ein einziges Pulverfass. Nur unter kompetenter Supervision war es am Anfang etwas anderes als der absolut nackte Wahnsinn gewesen, man spielte Gott und Teufel zugleich auf. Manche Satanisten schwuren, dass Menschen, die solches beherrschten, sowohl von Gott als auch vom Teufel abgelehnt würden, dass ihre Seelen niemals zum Tode fänden. Ob es wirklich so war, wusste Robert Henderson nicht absolut sicher, hielt es aber nicht für besonders wahrscheinlich. Der menschliche Geist war einfach ein Schaltkreis für ihn.

 

Solche Menschen wie die Hendersons boten Antisatanisten neue Möglichkeiten, wenn man im Grundsatz bereit war, Grausamkeiten in bestimmten Fällen als notwendiges Übel zu betrachten. Die Protagonisten solcher Ideen redeten dann von übergesetzlichem Notstand des allgemeinen Wohles, die entschiedenen Gegner meinten, das System würde sich selbst zum Satanismus wandeln, wenn man mit solchen Dingen erst einmal beginne. Alles, was zwischen den beiden Extrempolen lag, war der Ansicht, dass beide Ansichten nicht von der Hand zu weisen waren. Die Sache schien nicht koscher, schien aber auch nicht ganz verzichtbar zu sein. Je mehr der Satanismus zu spüren wurde, desto größer wurde die Neigung, den Mitteleinsatz stärker unter Effizienzaspekten zu betrachten.

 

Robert Henderson und Patricia Henderson waren zu den weltweit größten Kapazitäten auf dem Gebiet umschaltbarer Handlungsprofile geworden, und waren zugleich ihre eigenen Vorführkreationen.

 

Robert Henderson war Charles S. Eaglestone, der absolut grausamste Hexenjäger, der überhaupt möglich war. Patricia Henderson war Kelly Davis. Für sie war es überhaupt kein Problem gewesen, an Steinberg heranzukommen. Sie hatte dezente Vorarbeit geleistet, sich gegenüber Steinberg immer schwach gezeigt. Wenn Menschen wie Steinberg irgendwo Schwäche sehen, dann wollen sie immer feststellen, wie weit sie den Schwachen an die Wand drücken können. In dem Eifer lassen sie alle Flanken offen, solange sie auf der anderen Seite nur Angst und Schwäche spüren. Patricia Henderson war sofort über die Sekretärin durchgestellt worden, als sie Steinberg hatte sprechen wollen. Dann hatte sie Steinberg erzählt, dass sie sich große Sorgen um die Arbeit ihres Mannes mache, sie wisse, dass er, Steinberg, nicht viel von ihrem Manne halte. Lange habe sie überlegt, ob sie sich selbst an Steinberg wende solle, doch sie sei sich nicht sicher gewesen, ob es richtig sei.

 

Steinbergs Bereitschaft, zum Schein auf die sich besorgt äußernde Frau einzugehen, war sofort auf 100%. Die von ihm vorgespiegelte Verständnisbereitschaft war so groß, dass Patricia Henderson es wagen konnte, um absolute Diskretion gegenüber ihrem eigenen Mann zu bitten. Von Herzen gern war Steinberg bereit, dies zuzusichern. Und Patricia Henderson bat um Diskretion auch gegenüber allen anderen, damit ihr Mann auf keinen Fall etwas erfahre. Sie habe den Eindruck, so Patricia Henderson, dass es im Grunde nur auf ihn, Steinberg, ankomme, denn nur vor ihm habe ihr Mann Angst. Patricia Henderson gab jeden Schuss so ab, dass Steinberg vor Glück fast besoffen wurde und Patricia Henderson immer zutraulicher, naiver und besorgter in seinen Ohren klang. Es war für sie letztlich kein Problem, ihn in ihre eigene Wohnung zu laden, nachdem sie ihm versichert hatte, dass sie in den nächsten 6 Stunden garantiert allein sei.

Natürlich sollte er darauf achten, von niemandem gesehen zu werden, sonst könne ihr Mann es womöglich erfahren. Sie ließ Steinberg selbst auf die Idee kommen, er würde am besten mit dem Taxi kommen, bot dann an, sie würde ihn in dem Falle unauffällig mit dem eigenen Wagen zurückfahren. Steinberg kam mit dem Taxi, und betrat das Haus. Als sie ihm das Jackett abnahm, machte sie ihn durch einen Griff kampfunfähig, 10 Minuten später war er gefesselt. Er war sofort paralysiert und blieb es auch zunächst, denn Patricia Henderson hatte ihn permanent unter starkem Schmerzdruck gehalten. Erst, als er gefesselt war, entließ sie ihn dem Schmerzdruck. Sofort sprach sie zu ihm.

 

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, Sie werden Kelly Davis kennen?"

 

Steinberg stand die größtmögliche Angst ins Gesicht geschrieben, er konnte nicht sprechen.

 

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, nehmen Sie bitte sofort zur Kenntnis, dass wir Sie Kelly Davis überlassen werden, wenn Sie nicht wirklich absolutes Wohlverhalten mir gegenüber zeigen. Sie sind in einem Programm, zu dem Kelly Davis die einzige Alternative für Sie ist. Ein Fehlschritt, Mr. Steinberg, und es ist unwiderruflich zu spät für Sie. Zeigen Sie perfektes Wohlverhalten, dann werden wir Sie unversehrt und tatsächlich glücklich freilassen, wir werden nichts an Ihnen reduzieren, Mr. Steinberg, sondern Sie nur auf das natürliche Sozialschema umstellen. Das versichere ich Ihnen als Patricia Henderson. Solange Sie absolutes Wohlverhalten zeigen, werde ich Ihr Wohl im Auge haben, als seien Sie mein Herzensbruder, solange, bis Sie freigelassen sind, Mr. Steinberg. Dann wird die Entscheidung bei Ihnen liegen, ob Sie mein Herzensbruder sein wollen. Selbstverständlich kennen wir Ihre Umstände und selbstverständlich können Sie sich nach der Umdrehung sicher fühlen. Vor uns zittern die Illuminaten, wie Sie wissen, Mr. Steinberg. Zudem haben wir die Möglichkeit, Ihren Namen aus den Todeslisten der maßgeblichen Jägerorganisationen löschen zu lassen.

Fürchten Sie sich nicht, wenn Sie vernünftig sind! Dann werden wir mit Ihnen gemeinsam alles in Ihrem Sinne lösen. Mr. Steinberg, die Grundlagen der Umprogrammierung kennen Sie. Sie treffen gleich die Entscheidung, ob Ihnen Kelly Davis oder unser Programm lieber ist, Mr. Steinberg. Zuerst sehen Sie sich einen Film an, und zwar mit aller Aufmerksamkeit, solange, wie ich es will, Mr. Steinberg. Ich werde mir Ihr Gesicht dabei ganz genau ansehen, und hüten Sie sich vor dem Irrtum, Sie könnten mir etwas vormachen - es wäre Ihr letzter Irrtum, Mr. Steinberg. Damit Sie während des Filmes nicht verrückt werden, muss ich Ihnen zuvor etwas mitteilen. Sie werden einen Originalfilm von Kelly Davis sehen. Solche Filme kennen die Illuminaten in Vancouver, doch niemals wird das Gesicht von Kelly Davis dabei gezeigt.

Sie sollen wissen, dass Kelly Davis eine im Grunde sehr liebevolle Frau ist, die in ihrem Vorleben als Satanistin allerdings alle Schranken restlos überwunden hatte. Kelly Davis kann sich selbst innerlich auf absolute Gnadenlosigkeit und Grausamkeit gegenüber Satanisten umstellen. Allerdings vermag sie es nicht, sich allein zurückzuholen. Unter bestimmten Bedingungen wird Kelly Davis automatisch auf Satanistenhass umgestellt. Nämlich dann, wenn ein ihr ausgelieferter Satanist trotz deutlicher Warnung nicht vollständig lieb sein will.

Jetzt sind Sie deutlich gewarnt, Mr. Steinberg, fürchten Sie Kelly Davis nicht, solange Sie wirklich lieb sein wollen. Ich werde Sie während des Filmes unterstützen, sonst würden Sie es nicht überstehen können, Mr. Steinberg. Solange, wie Patricia Henderson bei Ihnen ist, sind Sie absolut sicher vor Kelly Davis, Mr. Steinberg.

Ich werde mir Ihr Gesicht ansehen, und solange ich meine, dass Sie wirklich Ihr Bestes geben wollen, werde ich Ihre Hände mit meinen Händen halten, und Sie das Maß meines Mitgefühls für Sie spüren lassen, Mr. Steinberg. Je fester ich Ihre Hände drücke, desto sicherer sind Sie vor Kelly Davis. Lasse ich Ihre Hände aber los, weil ich mangelnden Willen in Ihnen spüre, dann steht Ihnen sofort Kelly Davis gegenüber, Mr. Steinberg. Wenn ich sehe und spüre, dass Sie alles gegeben haben, dann schalte ich den Film per Fuß ab, und werde Sie soweit mit Wohlgefühl belohnen, wie es einer Schwester gegenüber dem Bruder möglich ist. Dann haben Sie sich bereits Dankbarkeit erworben, und dann wird Ihnen nicht mehr der Foltertod drohen. Mr. Steinberg, wünschen Sie den Film nun zu sehen, oder soll Kelly Davis einen neuen drehen?"

Steinberg konnte kaum noch stammeln: "Mrs. Henderson, ich flehe Sie an, ich will den Film sehen und alles tun, was Sie wollen! Bitte, bitte, bleiben Sie bei mir als Mrs. Henderson, werden Sie bitte nicht zu Kelly Davis!"

Steinberg erhielt Kopfhörer und sah auf einen großen Flachbildschirm, der Rest des Raumes wurde mit Einschaltung des Filmes dunkel. Aus dem Dunkel beobachtete Patricia Henderson, wie Steinberg sich den Film ansah. Sie konnte über den Druck ihrer Hände steuern, wenn sie meinte, Steinberg gäbe sich zuwenig Mühe. Ließ der Druck ihrer Hände auf seine auch nur minimal nach, dann holte er absolut sofort absolut alles aus sich heraus. Natürlich musste es Steinberg immer schwerer fallen, und je mehr er auf sich nahm, desto fester drückte sie seine Hände, desto mehr Sicherheit ließ sie ihn spüren.

Der Film lief im Endlosformat, er enthielt nur 4 Szenen. Es wurde abgewechselt zwischen der Perspektive eines männlichen Folteropfers und der der Täterin. Erschien das Gesicht der Täterin, so blieben Bild und Ton bei einer bestimmten Einstellung kurz stehen, so dass ihr Gesicht genau betrachtet werden konnte. Es war das Gesicht von Patricia Henderson, doch es waren nicht ihre lebendigen und einfühlsamen Augen. Die Person, die soeben schrecklichstes tat, war völlig unbeeindruckt von den Schreien und dem Flehen des Opfers, hatte Augen wie aus Glas. Es fand sich keine Spur von Menschlichkeit darin, auch nicht in ihrer Stimme, als sie nach dem Bildstopp zu dem erbarmungswürdig flehenden Opfer einfach sagte: "Du bist nicht lieb gewesen." Das sagte sie, wie andere auf der Strasse sagen würden: "Es ist 12.30 Uhr."

 

Patricia Henderson sah, wie viel Sicherheit sie Steinberg spüren lassen musste, es lief über ihr Mitgefühl. Nur dieses Mitgefühl war der Unterschied zwischen Patricia Henderson und Davis. Hätte Steinberg in der sonst gleichen Lage nicht das Mitgefühl Hendersons gespürt, dann wäre er in wenigen Sekunden irre geworden oder gestorben, er hätte unter der höchsten Angst gestanden, die ein Mensch überhaupt haben konnte, ohne unmittelbar selbst gefoltert zu werden. Damit erreichte Patricia Henderson in sehr kurzer Zeit dreierlei: Erstens identifizierte sich der zuvor passionierte Folterer Steinberg erstmals emotional mit der Opferrolle, und zwar bis zum Anschlag. Damit war er insofern kuriert, solange die Satanisten ihn nicht wieder anders umdrehten. Zweitens saß ihm eine absolut panische Angst davor in den Knochen, dass er aus Sicht der Patricia Henderson nicht lieb sein könnte - er würde aus furchtbarer Angst absolut lieb sein wollen. Drittens hatte Steinberg herzliche Dankbarkeit und Zuneigung ihr gegenüber aufgebaut, denn sie hatte ihm herzlichen und für ihn lebensnotwendigen Beistand in fürchterlicher Lage gewährt und bot ihm absolute Rettung an. Er war der Patricia Henderson tatsächlich schon so sehr dankbar, dass es ihm auch wahre Freude bereitete, ihr diesen Dank durch liebes Verhalten zu zeigen. Steinbergs Sexualtrieb war unter Angst völlig ausgeschaltet, alle anderen Triebe Steinbergs wollten nur noch eines: Lieb sein zu Patricia Henderson, solange Patricia Henderson dafür lieb zu ihm war.

 

von Winfried Sobottka
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