Freitag, 4. juli 2008

Und immer wieder wurde ihm vor Augen gehalten, wozu es ihn führen konnte, wenn er nicht lieb sein würde. Steinberg war ein harter Brocken, er schaffte es tatsächlich, 27 Sekunden zu überstehen, bevor er dann vollständig zusammenbrach. Er hatte sein bestes gegeben. Patricia Henderson schaltete den Film mit dem Fuß ab, zugleich ging das Licht im Raume an. Erst dann entließ sie seine Hände aus ihren. Hätte sie seine Hände vor dem Abschalten des Filmes losgelassen, so hätte das seinen sofortigen Angsttod bedeuten können, so aber fühlte er sich sicher genug vor dem Schrecken.

Kein Mensch auf der ganzen Welt konnte schlimmer weinen, als Steinberg es tat, und nachdem sie ihm die Kopfhörer abgenommen hatte, griff sie sofort wieder fest nach seinen Händen und sprach ihm gut zu. Sie lobte ihn für sein Wohlverhalten, er sei wirklich sehr lieb gewesen, das wisse sie sehr zu schätzen.

Sie tröstete Steinberg wie eine große Schwester den Bruder, sandte aber kein einziges sexuelles Signal an Steinberg. Sie erklärte ihm, dass und warum alles in seinem Sinne sei, erzählte ihm kurz, dass er bald ebenso lebensfroh sein werde, wie Robert Henderson es war. Sie sprach mit Steinberg absolut offen und ehrlich über alles, soweit es ihr in seinem Sinne nötig schien. Sie erzählte ihm, wie sie mit Robert umging, wie er mit ihr umging. Und natürlich erzählte sie auch kurz, dass Robert und sie selbst auch umgedreht worden waren, und wie man sich nun fühle. Nachdem der Teufel aus Steinberg heraus war, bekam Steinberg einen grundsätzlichen Überblick zum besseren Lageverständnis serviert. Patricia Henderson setzte nicht nur auf Gefühlsmanipulation, sondern parallel auf argumentative Überzeugung des Bewusstseins.

 

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, bevor wir in den Erholungsraum gehen, darf ich Ihnen sagen, dass Ihnen nicht mehr die Todesfolter als Strafe droht. Kelly Davis hat mehrere Programme, dazu gehört auch die unbarmherzigste Form der dauerhaften sexuellen Versklavung von Männern. Das macht sie so gründlich, Mr. Steinberg, dass eine Domina sich beim Auspeitschen eher beide Arme auskugelte, als die Abhängigkeit von Kelly Davis aus einem ihrer Sklaven auszutreiben. Kelly Davis hat sehr, sehr wenig Zeit für ihre Sklaven, und wenn sie ihnen gegenüber tritt, hat sie keinerlei Mitgefühl für sie. Mr. Steinberg, ich bitte Sie von ganzem Herzen, uns beiden diese unsägliche Lösung zu ersparen. Ich habe nicht die Wahl, ich müsste es zwingend tun, wenn Sie nicht weiterhin lieb sein sollten! Die Androhung dieser Strafe werde ich Ihnen gegenüber niemals aufheben, Mr. Steinberg. Und ich werde diese Strafe an Ihnen vollziehen, wenn es nötig werden sollte. Obwohl es mir selbst alles andere als gefallen würde, doch das würde ich Ihnen dann zu spüren geben. Ich will nicht Kelly Davis sein, Mr. Steinberg, weder für Sie noch für jemand anderen, aber ich bin es, sobald ich es sein muss. Haben Sie das sicher richtig verstanden, Mr. Steinberg, oder wollen Sie noch eine Frage dazu stellen?"

 

Steinberg, wieder weinend: "Mrs. Henderson, bitte machen Sie mir keine Angst mehr... ich will doch ganz lieb sein, .......für immer....... das spüren Sie doch..."

Mrs. Henderson, sehr sanft:"Ich will sehr gern auch ganz lieb zu Ihnen sein, spüren Sie das nicht, Mr. Steinberg?" Dabei nahm sie seine Hände wieder ganz fest in ihre und drückte sie. "Solange Sie wirklich lieb bleiben, Mr. Steinberg, wird Ihnen abgesehen von der Fesselung nichts mehr zugemutet werden. Solange Sie lieb sind, bin ich Ihr Schutzengel, dem es nur um Ihr Wohl geht, Mr. Steinberg. Ich bringe Ihnen bei, wie man fühlt und miteinander umgeht, und es wird Ihnen sehr gut gefallen. Sie selbst werden erkennen, dass es für Sie das Beste ist, Mr. Steinberg, denn intelligent sind Sie ja. Wenn Sie selbst sich ganz sicher sind, dass Sie bestimmt lieb bleiben, dann können Sie jede Angst vor Kelly Davis sofort aufgeben, Mr.Steinberg. Dann bleibt Kelly Davis für Sie eine Gefahr, der Sie niemals nahe kommen können, wie ein Krieg, von dem Sie weit genug entfernt sind. Seien Sie unter meinen Augen einfach immer lieb, Mr. Steinberg, nur dann kann ich Ihnen Ihre ganze Angst vor Kelly Davis nehmen, Mr. Steinberg.

Mr. Steinberg, wir werden nun in einen Raum umziehen, in dem wir uns wohler fühlen werden, dort können wir auch etwas trinken, ich werde selbstverständlich vor Ihren Augen nach Ihrem Belieben servieren und das selbe trinken wie Sie, Sie sollen sich nicht unnötig fürchten."

 

Der Raum war von Tageslichtlampen erhellt, es gab nur freundliche Pastellfarben. Er bot insgesamt das Erscheinungsbild einer Oase der Ruhe, und war mit vielen großen Pflanzen versehen, die ein herrliches Grün gaben. Bequem machen konnte man es sich auf Heubetten.

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, diesen Raum haben wir zur Sinnesschärfung und Entspannung gestaltet. Hier stehen uns 150 Duftsubstanzen mit psychoaktiver Wirkung zur Verfügung, wobei es sich im gesetzlichen Sinne nicht um Drogen handelt. Es sind Substanzen, mit denen man überall auf der Welt beliebig handeln darf, es sind ungiftige Pflanzenöle und Trockensubstanzen. Sollten Sie Angst haben, vergiftet zu werden, dann rieche ich vor Ihren Augen an allen Flaschen zur Probe, Mr. Steinberg?"

 

Steinberg: "Sie könnten es jederzeit ganz einfach haben, wenn Sie mich vergiften wollten, Mrs. Henderson. Mir bleibt nichts anderes, als Ihnen zu vertrauen, nur darauf kann ich bauen, Mrs. Henderson. Und, so verrückt es sich vielleicht auch anhören mag, aber ich glaube Ihnen jedes Wort. Bitte, enttäuschen Sie mich nicht, Mrs. Henderson!"

 

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, ich werde es nicht wagen, Sie zu enttäuschen, solange Sie mich nicht enttäuschen! Darauf können Sie sich genauso verlassen, wie Robert sich auf meine Liebe zu ihm verlassen kann, versuchen Sie einmal, das zu verstehen, Mr. Steinberg! Aus Ihrer jetzigen Lage heraus müsste Ihnen das möglich sein!"

 

Mrs. Henderson schloss Vergiftung vor Steinbergs Augen deutlich aus, obwohl sie wusste, dass Steinberg sich tatsächlich sagte, dass sie ihn nicht vergiften würde. Schematisch übernahm sie ihm gegenüber die Rolle der ältesten Schwester im Falle des Todes der Mutter, indem sie ihm das Riechen und das Schmecken sinnlich beibrachte. Vor seinen Augen roch sie an einer Substanz, dann erst roch er. Sie machte ihm vor, wie man genüsslich riecht, wenn es gut roch, und er musste sagen, was er soeben gerochen hatte und wie gut ihm der Geruch gefiel. Gefiel ihm ein Geruch sehr gut oder schlecht, so bat Mrs. Henderson ihn, das notieren zu dürfen, später würde sie ihm alles erklären, doch zunächst nur das aus seiner Sicht Wichtigste. Steinberg erkannte nichts Bedenkliches, und war damit einverstanden. Die Notizen gab Mrs. Henderson in einen Computer ein, dann sagte sie: "Wir beiden erleben gleich eine Premiere, Mr. Steinberg. Dieser Raum wird künstlich belüftet, und es erfolgt eine Umstellung der Raumatmosphäre auf ein nach Ihren Gefühlen nahezu optimales Raumklima. Sie werden es spüren, Mr. Steinberg." Das Geruchstraining hatte Steinberg stark beruhigt und vorübergehend von allem abgehalten.

 

Mrs. Henderson: "Ich will nun gemeinsam mit Ihnen etwas hören, selbstverständlich nichts Schlimmes, Mr. Steinberg. Ich habe es selbst noch nicht gehört, lassen Sie uns bitte gut zuhören." Als Mrs. Henderson eine Speicherkarte in den PC steckte und ein Programm startete, war die Stimme von Robert Henderson zu hören.

 

Robert Henderson: "Hallo, Mr. Steinberg, hier Robert Henderson. Ich weiß, in welcher Lage Sie jetzt sind, mir ging es einmal sehr ähnlich. Sie brauchen sich weder zu schämen noch zu fürchten, wenn Sie vernünftig sind. Sie werden sehr bald erkennen, dass Sie heute das Glückslos Ihres Lebens gezogen haben, das verspreche ich Ihnen als Mann. Und, falls es Sie interessieren sollte, Mr. Steinberg: Wäre ich unter den Augen meiner Frau nicht wirklich lieb, dann würde sie sogar mir gegenüber zu Kelly Davis werden. Und, glauben Sie es mir ehrlich, mit mir würde Kelly Davis dann noch schlimmer umgehen, als Sie es Ihnen im Falle eines Falles antäte. In jeder einzelnen Frau steckt der absolute Teufel, Mr. Steinberg, aber auch ein absoluter Engel. Zwischen diesen beiden Punkten bewegen wir Männer die Frauen hin und her, Mr. Steinberg. Ich drücke Patricia wirklich mit allen Tricks und Möglichkeiten ganz einfach zum absoluten Engel hin, das ist das einzige, was mich wirklich interessiert, Mr. Steinberg. Auf der Grundlage lässt sich der ganze Rest des Lebens dann arrangieren, dann habe ich einen Engel, der nichts anderes mehr will, als mich glücklich zu machen.

Für mich sind Frauen gar kein Problem, Mr. Steinberg, und für Sie brauchen sie es auch nicht zu sein. Wenn Sie immer lieb unter den Augen von Patricia sind, dann liegt Patricias Herz in Ihrer Hand, Mr. Steinberg. Ihre bisherige Strategie im Umgang mit Frauen war einfach falsch. Wenn ein Mann eine Frau zu 100% ausbeuten will, dann muss er ihr Herz ganz gewinnen, denn nur dann kann sie gar nicht anders, als alles für ihn zu tun. Sie stecken Patricia in Ihre Tasche, Mr. Steinberg, indem Sie von Herzen gern lieb zu ihr sind, indem Sie ihr zeigen, dass Sie sie aufrichtig mögen. Ich werde Ihnen die Frauen bei anderer Gelegenheit noch gründlicher erklären, jetzt hört Patricia gerade mit, wie wir beide wissen. Bevor ich noch kurz mit Patricia rede, achten Sie bitte auf die Gefühlskonstellationen meiner Frau, verabschiede ich mich schon von Ihnen, Mr. Steinberg. Alles Gute und bis bald, Mr. Steinberg!. Patricia, ich weiß, dass Du alles fabelhaft machst, Du bist eine wahre Göttin für mich." Das war absolut ehrlich gemeint, das hörte man nicht nur, sondern man sah es auch der Patricia Henderson sofort an. Sie war erkennbar ergriffen und wohligst gestreichelt, obwohl es ihr andererseits nicht recht schien, nun als Demonstrationsobjekt zu dienen. "Liebe Patricia, obwohl Du so fantastisch bist, und obwohl ich in jeder Beziehung ein Zwerg gegen Dich bin, und obwohl ich Dich wie wahnsinnig liebe, Patricia, Du kannst es nicht verhindern, dass ich mir von Dir alles hole, was ich mir von Dir holen will! Und das stelle ich vor allen Deinen Freundinnen klar, und Du weißt dann nicht mehr, was Du sagen sollst! Du wirst von mir beherrscht, Patricia, Du bist das subtilste Produkt männlicher Herrschaft über die Frau! Und Deine ganzen Herzensfreundinnen habe ich ganz genauso im Griff wie Dich, Patricia. Über die absolut gleiche simple Masche. Und das sage ich Euch allen genüsslich ins Gesicht, und dann seid Ihr allesamt geschlagen. In der einfachsten, durchsichtigsten und primitivsten Weise, Mr. Steinberg, stecke ich diese Frauenrunde in meine Tasche. Und Sie können es sich jetzt vielleicht vorstellen, was für Frauen das sind. Jede einzelne von ihnen könnte einen Weltkrieg auslösen, Mr. Steinberg. Und alle gehören sie mir, und müssen sich das anhören, ohne etwas dagegen sagen zu können. Allmählich wären sie alle froh, wenn sie mir wenigstens einmal Paroli bieten könnten. Verzweifelt warten sie auf eine Chance, die ich ihnen niemals geben werde, Mr. Steinberg. Denn keiner einzigen von ihnen würde ich je Unrecht tun, und sehe ich eine besorgt oder bedrückt, dann bin ich bei ihr. Wie ich Patricia kenne, wird sie gleich abschalten. Denn jetzt will ich erzählen, wie ich Patricia ganz heiß darauf mache, mir einen wunderschönen Abend zu bereiten. Selbstverständlich zwinge ich Patricia dazu, Mr. Steinberg, sie hat keinerlei Wahlmöglichkeit. Patricia tut gar nichts, wozu ich sie nicht in irgendeiner Form zwinge, alles andere habe ich ihr gründlich abgewöhnt."

 

Mrs. Henderson hatte genug, sie schaltete ab. Irgendetwas kochte sehr entschlossen in ihr, aber etwas Böses war es nicht. Sie sagte entschlossen zu sich selbst: "Dieser ausgekochte Schuft. Der soll mir erst mal wiederkommen!" Der wunderschöne Abend des Robert Henderson war gesichert, wie Steinberg bei der Betrachtung der Mrs. Henderson bewusst wurde. Ihre Urinstinkte wollten Robert offenbar zeigen, dass sie ihn auch ganz beherrschte. Weil Robert ihr ganz gezielt kein Unrecht tat, blieb ihr nichts anderes, als ihm das mit Lust und Liebe zu beweisen. Anders hätte sie es vor diesem Hintergrund überhaupt nicht gekonnt, solange sie ihn liebte. Robert Henderson hatte seine Frau objektiv gezwungen, bei der nächsten Gelegenheit ihm gegenüber das Sexualschema zu eröffnen, ihn zunächst zu verführen.....

 

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, wie Sie sehen, ist mein Mann Robert bereit, Ihnen Dinge zu erklären, die Sie so bisher gar nicht gesehen haben können. Und tatsächlich würde ich auch für ihn zu Kelly Davis, wenn er nicht lieb wäre. Der Schuft macht es mir völlig unmöglich, mich auch nur ein einziges Mal wirklich über ihn zu ärgern, und damit prahlt er tatsächlich vor allen meinen Freundinnen. Und keiner von ihnen gibt er eine Chance, sich gegen ihn zu wenden. Er hat uns alle gemeinsam in seiner Hand, indem er uns viel Wohlgefühl gibt, unsere Gefühle aber niemals in irgendeiner Form verletzt. Das ist der Beweis von Liebe, Mr. Steinberg. Als Robert sich beim Grillen die Hand verbrannte, Sie wissen ja, wie Männer sind, verzerrten meine Freundinnen und ich die Gesichter und schrieen "Aua", Mr. Steinberg. Dabei will er uns ständig einreden, dass uns Frauen ein Gen in der Kette fehle. Damit kann er uns bis zur Weißglut treiben, ohne dass wir ihm deshalb böse sein könnten.

Sowohl ich als seine Ehefrau als auch meine Herzensfreundinnen, die seine Herzensschwestern sind, haben nur eine einzige Chance der Selbstbehauptung gegen ihn, Mr. Steinberg. Wir müssen diesen Schuft mit allen Mitteln glücklich machen, sonst fühlen wir uns wie geprügelt, sonst ertragen wir das eigene Spiegelbild nicht mehr! Indem wir ihn aber glücklich machen, bekommen wir ihn in unsere Hand, ganz genau so, wie er uns in seiner hat. Und natürlich sehen wir es nicht ein, uns ausgerechnet von Männern einreden zu lassen, dass wir Frauen nur zweite Wahl seien, obwohl wir den Männern sogar um einiges voraus sind. Solche Wahrheiten hört Robert nicht gern, kann uns aber deshalb nicht böse sein. Damit bringen wir ihn zur Weißglut, jederzeit, wenn wir es wollen. Und wer hier wirklich die subtile Herrschaft über den anderen ausübt, der Mann, oder die Frau, darüber gibt es Streit nur zum Scheine, denn in Wahrheit herrschen beide exakt gleich. Was meinen Sie, wie ich reagieren würde, wenn Robert herzlos über mich bestimmen wollte? Wir zwingen uns gegenseitig auf die Linie, die uns beiden am besten gefällt, denn wenn ich nachher mit Robert abgerechnet haben werde, dann rechnet er sofort mit mir ab, und darauf freue ich mich, Mr. Steinberg. Und wenn ich sage: `Robert, komm´ zu mir!´, dann ist er instinktiv gezwungen, und er weiß das auch, und dennoch kommt er sehr gern. Und alles, was ich wünsche, tut er sehr gern für mich. Und das alles hören sich auch seine Herzensfreunde an, von mir, Mr. Steinberg. Wir Frauen liegen im ewigen Kampf mit Euch Männern, für beide das Beste ist es, nur zum Scheine zu kämpfen. Haben Sie das System verstanden, Mr. Steinberg? Das ganze System funktioniert automatisch zur absoluten Zufriedenheit aller, wenn die natürlichen Rituale zum Aufbau und zur Pflege der Sozialbeziehungen gelebt werden! Das kann in seinem eigenen Kreise jeder haben, Mr. Steinberg!"

 

Steinberg: "Man arrangiert sich, indem man sich gegenseitig alles gibt, was der andere für sein Wohl braucht, und man kämpft nur zum Schein gegeneinander, das aber offenbar mit Begeisterung und auf gemeinsame Ziele hin gerichtet. Und das alles funktioniert automatisch, wenn man sich über Rituale entsprechend einstellt."

 

Mr. Henderson: "So ist es, Mr. Steinberg. Und dabei kommen wir alle zu unserem höchsten Wohl, Mr. Steinberg. Robert liebt und begehrt mich mehr , als ein Sklave seine Domina liebt und begehrt, doch ich liebe und begehre ihn ebenso, wie er mich, ganz genau so, Mr. Steinberg. Können Sie sich vorstellen, was eine solche Konstellation für die Gefühle eines Mannes wie einer Frau bedeuten kann, Mr. Steinberg? Absolutes gegenseitiges Begehren vor dem Hintergrund absoluter gegenseitiger Liebe? Vor dem Hintergrund felsenfesten Vertrauens zueinander? So felsenfest, wie Sie zur Zeit mir vertrauen können, Mr. Steinberg? Und das alles bloß dafür, dass man lieb zu Menschen ist, zu denen man von Herzen gern lieb ist, dafür, dass man anderen Menschen ihre Gefühlswünsche mit zugleich eigener Freude vollständig erfüllt? Geht es denn noch besser oder noch billiger, Mr. Steinberg? Machen Sie mir etwas Besseres plausibel, und ich binde Sie los und lasse mich von Ihnen fesseln!"

 

Steinberg brauchte etwas Zeit, bevor er antwortete: "Sie reden vom Ideal, Mrs. Henderson. In traumhaften Vorstellungen sah ich es immer vor mir, Mrs. Henderson. Bisher waren es aber nur utopische Vorstellungen für mich gewesen. Ich bin von Ihrer Perspektive tief ergriffen, Mrs. Henderson."

 

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, ich werde Ihnen solange eine Frau nach der anderen vorstellen, bis wir eine haben, die Sie von Herzen gern als Mann haben will. Diese Frau wird Ihnen gefallen, sonst brauchen Sie sie auch nicht anzunehmen, das garantiere ich Ihnen. Nehmen Sie an, dann werden Sie mit ihr haben, was ich mich Robert habe, das garantiere ich Ihnen auch. Vorher werden Sie allerdings nicht befreit, auch das garantiere ich Ihnen. Wenn Sie lieb sein wollen, dann rufen Sie jetzt bitte über Ihr Handy in Ihrem Büro an und sagen, Sie würden heute nicht mehr zurückkommen, und verabschieden sich bis morgen."

 

Steinberg wollte lieb sein, von ganzem Herzen gern: " Mrs. Henderson, ich fühle mich wie zu Weihnachten. Ich kenne jede Menge Männer, die unter solchen Umständen sehr gern hier liegen würden." Mrs. Henderson zweifelte nicht daran. In einer Geruchsprobe waren sexuelle Botenstoffe der Mrs. Downing gewesen, die auf abenteuerlichstem Wege organisiert worden waren. Am Hirn der Mrs. Henderson war die Wirkung vorbeigegangen, nicht aber am Hirne Steinbergs. Die Botenstoffe selbst waren bewusst nicht als solche zu erkennen, die Trägersubstanz hatte zudem starken Eigengeruch. Dabei war die Trägersubstanz nach allgemeinen Maßstäben nicht besonders wohlriechend. Während Steinbergs Urteile sonst dem üblichen Schema entsprachen, war er in diesem Falle deutlich davon abgerückt. Er hatte so lange gerochen, wie sonst nie, hatte sogar ein zweites Mal riechen wollen, und hatte dann die absolute Spitzennote vergeben, die er nur einmal hatte vergeben dürfen. Steinberg hatte angesprochen, auf dieser Seite war die Sache rund. Das gehörte aus Sicht der Patricia Henderson nicht zu den wichtigen Dingen, die Steinberg sofort wissen musste, das würde er später erfahren. Steinberg sagte im Büro ab, wirkte dabei bereits normal.

 

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, ich habe auf einem Display die Mitteilung, dass Mr. Jim Downing Sie sprechen möchte. Sie würden mir eine wahre Herzensfreude bereiten, wenn Sie Mr. Jim Downing ein paar Worte zu Ihrem bisherigen Umgang mit ihm sagen würden. Mr. Downing ist auf der Flucht mit Rita Jenkins, ich hoffe, es stört Sie nicht?

 

Steinberg bekam große Augen, er hatte gar nicht an Jenkins und Downing gedacht. Er brauchte etwas Zeit, bis er sagte: "Ich war gegenüber beiden ein eiskaltes Schwein, wie Sie sicherlich wissen, Mrs. Henderson. Ich weiß es nicht, ob ich es für Sie oder für mich tun will, Mrs. Henderson, aber ich will beide um Vergebung bitten." Dem Wunsche konnte Mrs. Henderson Folge leisten, auch bei Rita Jenkins entschuldigte er sich.

 

Mrs. Henderson: "Mr. Steinberg, Mr. Downing hatte offenbar Angst davor, dass Sie sich an seiner ehemaligen Familie vergreifen könnten, ihnen irgendwie das Leben schwer machen könnten. Sagen Sie es mir bitte ehrlich, wie Sie innerlich zur Restfamilie Downing stehen, könnte es auch nur Anlass zur Sorge geben?"

 

Steinberg war sehr stark betroffen, auch Rita Jenkins hatte ihm bedeutet, wie sie sich behandelt gefühlt hatte. Steinberg: "Mrs. Henderson, Mrs. Downing und ihre Kinder haben keinem Menschen auf dieser Welt je etwas getan, und im Grunde müsste ich sie fürchten, nicht sie mich. Dass diese wehrlosen Menschen Angst vor mir haben, ist nichts, worauf ich noch stolz sein könnte, das dürfen Sie mir ehrlich glauben. Ich will mich auch bei ihnen entschuldigen. Mrs. Downing soll es ganz sicher wissen, dass sie und ihre Kinder mich nicht zu fürchten haben, das ist mir ein sehr wichtiges Anliegen, Mrs. Henderson." Davon war Mrs. Henderson absolut überzeugt. Nebenbei hatte sie ihm sofort nach dem Volltreffer der Duftprobe mitgeteilt, dass es sich um den Lieblingsgeruch ihrer Freundin Dorothy Downing handele. Mr. Steinberg war über die treffliche Gemeinsamkeit wundersam entzückt gewesen, das hatte er nicht ganz verheimlichen können. Patricia Henderson hatte selbstverständlich ganz naiv wirkend daran vorbei gesehen.

 

Mrs. Henderson: "Wenn es wirklich Ihr Herzenswunsch ist, sich aufrichtig bei Mrs. Downing zu entschuldigen, dann werde ich es für Sie einrichten, Mr. Steinberg. Dorothy ist mir keine Herzensfreundin, aber eine mir liebe Bekannte. Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie ihr die Angst in ehrlicher Weise nehmen würden, Mr. Steinberg. Dazu müssten Sie die Verzeihung der Mrs. Downing erflehen, wie Sie möglicherweise wissen werden."

 

Steinberg kannte zwar das Ritual im Prinzip, aber nur vor dem Hintergrund perversen Missbrauchs. Mrs. Henderson erklärte ihm, wie man sich so entschuldigt, dass auf der einen Seite Hass und Angst, auf der anderen Seite böser Wille und Schuldbewusstsein restlos verloren gehen. Steinberg staunte nur noch, willigte aber sogar gern ein. Es ging ihm spürbar nicht darum, etwas vorzugaukeln, sondern darum, das Herz der Mrs. Downing von allem frei zu putzen, was ihn zurecht ablehnte. Er hatte das Prinzip eben in seinen Genen sitzen.

Mrs. Henderson: "Dorothy Downing ist eine tolle Frau, leider hatte ihr niemand gesagt, womit sie Jims Liebe hätte gewinnen können. Das wird nun gerade geändert, sie wird von einer Frau konditioniert, die bedeutend besser weiß, was Männer wollen, als die Männer selbst es wissen. Zur Zeit kann es Dorothy leider nicht viel nützen, sie liebt Jim, und Jim ist weg." Steinberg machte ein betretenes Gesicht. Er überlegte angestrengt.

Steinberg: "Mrs. Downing, Sie behandeln mich als Herzensbruder, das bedeutet sicherlich, dass ich offen und ehrlich Ihre absolute Diskretion in Anspruch nehmen darf?"

Mrs. Henderson: "Solange die Wahrung von Vertraulichkeit nicht Unheil für irgendwen in der Gemeinschaft bedeuten würde, ist uns Vertraulichkeit absolut heilig. Darauf können nicht nur Sie sich verlassen, sondern jeder der Gemeinschaft, Mr. Steinberg."

Steinberg: "Vielen Dank, Mrs. Henderson, ich bitte darum, Ihren Rat in Anspruch nehmen zu dürfen, von mir gesagtes aber absolut diskret zu halten. Als ich gerade über Mrs. Downing nachdachte, habe ich sie ganz anders empfunden als sonst. Mir kommt es so vor, als ob sie mich glücklich machen könnte, und auch so, als ob ich sie gern glücklich machen würde. Haben Sie mich manipuliert?"

 

Mrs. Henderson: "Für einen Mann sind Sie fast zu intelligent, mein Kompliment, Mr. Steinberg. Sie sollen wissen, dass uns die Manipulation nicht möglich gewesen wäre, wenn Mrs. Downing nicht in der Lage wäre, Sie glücklich zu machen. Es war nicht gezielte Manipulation, sondern ein Test, der Wirkung zeigte. Noch werden Sie sich ein Leben auch ohne Mrs. Downing vorstellen können, denke ich?"

Steinberg: "Und was wäre, wenn ich das nicht mehr könnte, Mrs. Henderson? Oder besser, nicht mehr wollte, solange es sich irgendwie vermeiden ließe?"

Mrs. Henderson: "Dann müssten wir zwei angestrengt nachdenken, wie wir die Kugel am besten zum Rollen bekommen, Mr. Steinberg. Sie müssen nur entschieden wissen, was Sie wollen, Dorothy Downing wird nicht nur konditioniert, sondern treibt sich selbst schmerzhaft die Liebe zu Jim Downing aus. Sie tut es in dem Glauben, ihn dadurch halten zu können. Manchmal ist es nicht möglich, die Menschen mit sofortiger Ehrlichkeit in die richtige Richtung zu bekommen. Sie wird verbrannte Handinnenflächen haben, und mindestens eine Woche Schmerzen. Aber für Jim Downing interessiert sie sich dann nicht mehr, ihr Herz ist dann frei."

Steinberg: "Und was ist, wenn sie beim der Entlieben nicht mitmacht?"

Mrs. Henderson: "Dann wird sie zumindest wissen, dass Jim für sie verloren ist, und wird in dem Falle auch noch eine Menge Wut auf Sie im Bauch haben, eine angeschossene Frau wird nach allen Seiten hart. Dann haben Sie nur eine einzige Chance, nämlich die, ihre Verzeihung und ihre Liebe zu erflehen. Auch darauf reagiert sie irgendwann instinktiv in Ihrem Sinne, und gibt dabei ihre Liebe zu Jim Downing auf. Aber das wäre Folter für Sie, wenn Sie gegen eine wütende Mrs. Downing antreten müssten, Mr. Steinberg." Über einen Pipssender bekam Patricia Henderson ein Signal. Sie sah auf einen Display. Sie fuhr fort: "Mr. Steinberg, Dorothy Downing ist entliebt und hat positive Signale in Ihre Richtung gesendet, ich habe hier ein doppeltes OK in dieser Sache."

Steinberg, mit großen Augen: "Irrtum absolut ausgeschlossen?"

Mrs. Henderson: "Ich dachte, wir würden allmählich Freunde? Sie beabsichtigen doch hoffentlich nicht, mich zu beleidigen, Mr. Steinberg?"

Steinberg: "Ganz bestimmt nicht, Mrs. Henderson, ich stehe nur vor dem Unfassbaren. Ihr Mann Robert hatte recht, heute ist mein großer Tag. Mir ist, als wollte ich alle Menschen lieben, Mrs. Henderson. Ich bin Ihnen jetzt schon unendlich dankbar, Mrs. Henderson."

Mrs. Henderson: "Erwarten Sie bitte nicht zuviel, Mr. Steinberg. Das zweite OK war ein 10, Mr. Steinberg. Am einfachsten kann ich Ihnen das in der Sprache der Männer erklären, wenn Sie es gestatten wollen, Mr. Steinberg?"

Steinberg, gespannt: "Ich bitte Sie herzlich darum, Mrs. Henderson."

Mrs. Henderson: "In der Sprache der Männer ausgedrückt hat Dorothy Downing einerseits signalisiert, dass sie Sie im Grunde beeindruckend finde, dass Sie aber ein absolutes Arschloch seien."

Steinberg: "Aus ihrer Sicht muss ich das sein, ich hatte mit nichts anderem rechnen dürfen. Wenn sie an den Steinberg denkt, dann wird sie nicht kommen."

Mrs. Henderson: "Sie kommt, um sich ein aktuelles Bild von Ihnen zu machen, sie ist auf dem Laufenden, Mr. Steinberg."

Steinberg: "Ich muss mich frisch machen, bevor sie kommt, ich hoffe, Sie werden es mir gestatten. Bitte sagen Sie mir auch, was Sie an meiner Stelle tun würden, Mrs. Henderson!"

Mrs. Henderson: "Ich würde darum bitten, mich emotional entschuldigen zu dürfen, und wenn sie es nicht ablehnte, dann würde ich an Ihrer Stelle absolut offen und ehrlich sagen, was Sie von ihr wollen und was Sie dabei an Ängsten haben, Mr. Steinberg. Jede andere Masche werden Sie dieses Mal absolut gründlich vergessen können."

von Winfried Sobottka
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